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Griechische Reiseskizzen : 2. Athen
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was an zertrümmerten oder halbzertrümmerten Banteilen und Skulpturen znr Hand war. Seit den achtziger Jahren ist nun die ganze Akropolis gründlich auf­geräumt und bis auf den lebendigen Felsen durchforscht worden. Die zahl­reichen Bruchstücke von Kunstwerken, die bei diesen Arbeiten zu Tage kamen, sind jetzt iu dem Atrvpolismuseum gesammelt uud aufgestellt worden. Gerade infolge der gewaltsamen plötzlichen Zerstörung haben wir also von der ältern attischen Kunst ein genaueres Bild als von den mcisteu übrigen Kunstperioden. Die Skulpturen des Akropolismuseums machen eben durch ihre herbe Alter­tümlichkeit, durch das Knospcnhaftc, Ahnungsvolle, das ihnen, wie den Er­zeugnissen aller Vorblütcnpcriodcn, anhaftet, einen ganz eignen und reizvollen Eindruck auf den Betrachter. Da ist z. B. ein ganzer Saal voll edler Jung­frauen, wahrscheinlich Pricsterinnen, alle prächtig geschmückt in reich gestickten, kunstvoll drapierten Gewändern und mit wohlgedrchten, lang über die Brust herabfallenden Haarsträhne«. Mit freundlich lächelndem Munde schanen sie von allen Seiten ans schmalen, etwas schräg gerichteten Augen auf den Be­sucher hernieder, sodaß diesem nnter dem Kreuzfeuer so massenhafter, bezaubernder, marmorner Liebenswürdigkeit ganz seltsam zu Mute wird. Diese Damen sind übrigens nicht Erzeugnisse der einheimischen attischen sondern der sogenannten Jnselkunst, wie sie sich besonders auf Chios ausgebildet hatte, dann aber auch durch Künstler dieser Schule nach Athen und andre Orte Griechenlands über­tragen wurde.

(Schluß folgt)

Niels Glambäk

Wie er ein Manu wurde von A. G. Bröndsted Erster Teil 1

er Zug hielt an der kleinen jütischen Eisenbahnstation.

Der Student Niels Glambäk stieg ans dem Cvnpe etwas ängstlich, es könnte jemand sehen, das; es nur die dritte Klasse war, ging durch den leeren Wartesaal, und wie er ans der andern Seite hinaustrat, war er auch schein auf dem echten, unverfälschtenLand." Weithin dehnte sich eine unbebaute, halb mit Gras, halb mit Heidekraut bewachsene Fläche; er trat in den leichten Tan, der vom frühen Morgen noch dalag. Die Luft war von Lerchengesang erfüllt, der Horizont war fern uud blan; der Student war noch nie an einem solchen Orte gewesen.

Er sah aus, als habe er es nötig, an einem solchen Ort zu sein, und über­dies recht lange; er war ziemlich bleichschnäblig, dazu etwas schmal in den Schultern und aufgeschossen wie ein richtiges Kovenhngner Kind es ist, das nicht einmal eine ordentlich kräftige Kost bekommt; so sah er wenigstens aus. Übrigens konnte es auch von seiner großen Jngend herkommen; die Studentenmütze saß auf seinem