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treten. An sich ist dieses Verhältnis ja auch das richtige, da es nicht dein Interesse einer den Landesbedürfnissen angepaßten Anstalt entsprechen kann, wenn von Rom aus beständig hineinregiert würde, wozu übrigens in Weiser Mäßigung auch keine Neigung bei der Kongregation vorliegt.
Bei den römischen Anstalten ist das nun eine hiervon durchaus verschiednc Sache. Hier wäre eine straffere einheitliche Leitung vielleicht durchaus am Platze. Ob sie möglich ist, und nicht vielmehr durch alle Arten von Selbständigkeitsprivilegien illusorisch gemacht wird, vermag ich nicht zu entscheiden. Thatsache ist, daß in Rom Promotionsrechte an römische Anstalten mit einer Leichtigkeit verliehen werden, die in dein auffälligsten Gegensatz zu den mir sehr schwer überwindlichen Schwierigkeiten steht, die erhoben werden, wenn es sich um ausländische bischöfliche oder freie Anstalten und theologische Fakultäten an Staatshochschulen handelt. In den letzten zwanzig Jahren sind, von den eigentlichen Universitäten Washington nnd Freiburg in der Schweiz, sowie den thevlogischen Fakultäten von Breslau und Bonn abgesehen, nur vier Fälle solcher Verleihungen in Italien, Spanien, Mexiko nnd den Vereinigten Staaten bekannt geworden. Das Mailänder Privileg ist übrigens uur auf Widerruf bewilligt worden. Immerhin mögen noch einzelne sonstige Promvtionsprivi- legien gewährt worden sein, die ich nicht kenne; das würde aber die Benachteiligung der gauzeu katholischen Welt den römische» Anstalten gegenüber nicht aufheben.
Dohna und die Dohnaische Fehde
von H. Grmisch
as sächsische Städtchen Dohna hat am 19. Juni dieses Jahres die fünfhuudertjährige Wiederkehr des Tages erlebt, au dem es dauernd unter die Herrschaft des Hauses Wettiu gekommen ist. Die Feier dieses Gedenktages, die verschoben werden mnßte, weil ihn der Tod unsers geliebten Königs zu einen Trauertage gemacht hat, ist nicht allein deswegen vollkommen begründet, weil — eine Seltenheit in unsrer jubiläumsfrohen Zeit — das Datum des Ereignisses geschichtlich vollkommen feststeht; sie verdient auch darum in weitern Kreisen beachtet zu werden, weil sie an ein Ereignis von großer Bedentnng für die Geschichte Sachsens erinnert, dessen Verlauf uicht ohne eiu gewisses dramatisches Interesse ist.
Unter den Seitenthälern, die von der Elbe her zu den Höhen des Erzgebirges führen, ist eines der lieblichsten das Thal der Müglitz. Der lauschigen Einsamkeit, die es einst auszeichnete, hat freilich längst die durch die reichen Wasserkräfte des Flüßchens angelockte Industrie eiu Eude gemacht; zumal da seit 1890 eine vielbefahrne Kleinbahn das Thal anch dem bequemern Touristen erschlossen hat, wird es jährlich von Tausenden besucht, und manche reizvolle Sommerfrische lockt zu längerm Verweilen. Doch auch schon vor einem Jahr-