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Individualismus
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lnciclit in LcMmn

Prachtwort auf der Seite, die man zufällig getroffen hat. Und nach der An­wendung, der es unterworfen wird, erscheint es so dehnbar, so drehbar, wie der schmiegsamste Kautschukmann. Es geht aller Welt mit ihm, wie dem Juristen mit dem groben Unfug uud dem Kaufmann mit dem Konto-Korrent- Konto; was anderswo nicht unterzubringen ist, das kommt da hinein. Das reine Mädchen für alles. Und da soll nun hier der Individualismus als ganz besondres, als ganz alleiniges seelisches Eigentum deutscher Menschen angesprochen werden? Unbedingt, und ich denke mit dem allerbesten Grunde.

Was ist denn eigentlich Individualismus? Was soll der Begriff be­deuten? Was denken sich moderne Menschen darunter? Hundertfach, tausendfach verschieden kann die Antwort ausfallen. Jede davon wird aber Eins als Kern­gehalt ihrer Ausführung geben, und das wird die Erklärung sein, der Indi­vidualismus lebe und webe in der Hochhaltung der eignen Art. Das zu­gegeben und das festgehalten, ist der Schritt zur Feststellung, daß sich die Begriffe Deutschtum und Individualismus decken, nicht mehr groß.

(Schluß folgt)

In.eicZ.it in Lo^H^in....

einrich von Treitschke hat in seiner „Deutschen Geschichte im neun­zehnten Jahrhundert" Band IV Seite 516 die von dem Grafen Maltzan berichtete Äußerung des Fürsteil Metternich, daß es, wenn sich der Herzog vou Orleans um die Hcmd der Prinzessin Helene von Mecklenburg-Schwerin bewerben wolle, für eine Prinzessin in politischer Beziehung unmöglich sei clö rmmir plus äs cirmlitös imoclinsL, dahin wiedergegeben, daß er sagt, „Metternich habe höhnisch gemeint, die Braut sei politisch geruchlos."

Der große Publizist hat allerdings, das kann nicht geleugnet werden, in diesem einen Falle weder mit dem gewählten Ausdruck „geruchlos" uoch mit der Metternich beigemessenen höhnischen Absicht das Rechte getroffen, aber ein Dr. F., der durch die anscheinend irrige Wiedergabe der Metternichschen Äuße­rung stutzig geworden, dem Mißverständnis auf den Gruud zu gehn versucht und das Ergebnis seiner Bemühungen in einem durch mehrere Zeitungen ge- gangnen Artikel veröffentlicht hat, ist dabei recht, wie man zu sagen pflegt, aus der Scylla in die Charybdis geraten.

Er vermutet, Heinrich von Treitschke „und Graf Maltzan" seien durch das Wort oclor auf falsche Führte geleitet worden. „Hätte Metternich, sagt Dr. F., diesen trivialen Gedanken (den einer politisch geruchlosen Braut) aus­sprechen wollen, würde er jedenfalls den Ausdruck inoävrs gebraucht haben."