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Unsre Themisjünger
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Latholica

robeu, dein bebrillten Blicke auch von der Welt, die jenseits des Chaussee­grabens liegt, nicht viel enthüllt was thuts, man ist desto mehr unter sich; manches Wirtshaus mit schäumendein Biere lädt ein zur seßhaften Rast; da fehlt es nie am dritten Mann znm Skat, und an Jnristenabendeu und Juristen ballen ist auch kein Mangel. Einsam dagegen wird oft seine Pfade ziehn müssen, wer den andern Weg erwühlt, den schweren, steilen, mühsamen. Ihn sicher zu gehn, bedarf es eines guten Mutes, eines tapfern Herzens und eines Leitsterns aus lichter Höhe. Mancher der Weggenossen strauchelte im Waldesdickicht der Zweifel, aus denen er vergeblich den Ausgnng suchte; mancher andre irrte an gefährlicher Stelle ab und stand plötzlich an steiler Martinswand, wo das Vorwärts Wahnwitz und das Rückwärts Unmöglich- keit war! Und wohl ihm, wenn er seine Lage erkannte und nicht etwa in trauriger Blindheit glaubte, das Ziel erreicht zu haben und sich seiues er­habnen Standpunkts rühmen zn dürfen! Wieder manchem wurde der Weg zu rauh und die Mühsal zu groß, oder es übermannte ihn auf halber Höhe die Furcht, eiusam verschmachte» zu müssen, und in großen Sprüngen eilte er den Berg hinunter, und nuu fitzt er unten an der breiten Landstraße beim kühlenden Pschvrr und spielt Schafkopf mit den Kollegen.

Drum sieh dich wohl vor, weuu du nm Grenzstein stehst, wo die Wege sich scheiden! Schreitest du aber auf dem rauhen Pfade rüstig empor mit sicherm Fuße wie weitet dir selbst sich die Brust, wie weitet sich deinem Blick die Welt! Je höher du steigst, um so mehr überschaust du sie, und je mehr du sie überschaust, um so mehr wirst du sie versteh», sie lieben. Am Wege spendet manch sprudelnder Qnell dir gesunden Trunk, aus dem ruhigen Spiegel des Gebirgsees blinkt dein eignes Bild dir entgegen: schan dirs nur recht an, in der einsamen Stille rings um dich her tausche dem Schlag deines eignen Herzens lernst du es recht verstehn, so wirst du auch deinen Mitmenschen ins Herz schauen können! Und nun rüstig weiter, hinauf empor empor zum Licht, zu den einsamen Höhen, nnf denen die Pfade aller Wissenschaften zusammenmünden, wo auch du in deiner Wissenschaft und in deinem Beruf ihn findest, ihm gegenüberstehst, endlich dem Unend­lichen Gott. _

(Latholica

Von Joseph Mayer 6. Das päpstliche römische 5emiuar und sein Unterricht

!ie jede Diözese, so hat anch das Bistum Rom seine eignen Unter­richtsanstalten, die mit dem Diözesanseminnr äußerlich verbunden ^sind. Diese Schulen dienen zwar in der Hauptsache uur den Zöglingen des römischen Seminars nnd denen des Pins-Seminars !für die römische Kirchenprovinz, doch stehn sie anf Grund beson­dern Privilegs sedermann offen, der gewillt ist, sich den bestehenden Vorschriften zu unterwerfen, und den Nachweis der für seine Studien notwendigen Vorbil-

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