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Österreichs Arbeit in Bosnien und der Herzegowina
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Z0<^ Neue Entdeckungen auf dem Forum romanum

findet erst in neuster Zeit statt. Das Vieh wirft durchweg im Frühjahr; ein besondres Aufzuchtfutter während der Entwöhnung oder im ersten Jahre zu verabreichen, ist nicht üblich. Über den Sommer ist dann das gesamte Vieh in Südbosnien und der Herzegowina ans den Hochweiden, wo es ge molken und wo auch die erste Schur vorgenommen wird.

Wie man sieht: alles so ursprünglich und so weit entfernt von einem modernen Betriebe der Landwirtschaft und Viehzucht, wie möglich. Die erste Maßnahme, einen Fortschritt anzubahnen, war die schon von Herzog Wilhelm von Württemberg betriebne, endlich 1880 begonnene nnd 1886 abgeschlossene Katastralanfnahme und -schützung. Dieser Arbeit zur Seite ging die Über­leitung des Landes von der Natural- zur Geldwirtschaft, die angebahnt wurde durch Feststellung bestimmter Sätze anstatt der Naturalablieferung des Zehnte». Außerdem wurde sofort die Herstellung von Kommunikationen begonnen, die beim Einmärsche der Österreicher so gut wie ganz mangelten. Während 1878 das Land etwas über 900 Kilometer fahrbarer Straßen und etwas über 100 Kilometer Eisenbahnen aufwies, zeigte es 1898 an Fahr- nnd Reitwegen über 6250 Kilometer, an Eisenbahnen in Betrieb nahezu 900 Kilometer; dazu kam inzwischen die beinahe 200 Kilometer lange Linie Gabela-Cättaro mit Abzweigungen nach Grawvsa (Nagusn) und Trebinje.

(Schluß folgt)

Neue Entdeckungen auf dem Forum romanum

von Gtto Uaemmel

enn Menschen schweigen, werden Steine reden dieser alte Satz hat in den letzten Jahrzehnten die mannigfachste Bestätigung ge­funden, seitdem H. Schliemmm in Mhkenä nnd in Troja den Spaten angesetzt hat, und eine Reihe antiker Kulturstätten wieder ans Tageslicht getreten sind, von der nns die erhciltne Litteratur wenig oder nichts zu sagen wußte. Von diesen Stätten ist zwar manche viel älter, aber keine wichtiger als Rom, nnd hier wieder überragt alles an Bedeutimg das Forum romanum, das politische Zentrum der Alten Welt. Es hat nach dem Ausgange des Altertums die größten Veränderungen durchgemacht. Unter den Schuttmnsseu des Mittelalters und der Renaissance verschwanden der antike Boden und die Reste der meisten Bauten; es wurde zum L!g,mp0 vAovmo, wo die mächtigen, silbergrauen, großhörnigen Rinder der Campagna vor ihren schwerfälligen Wagen lagerten, wenn sie zur Stadt kamen; nur einzelne Sünlengruppen und der Triumphbogen des Septimius Severus ragten über die öde Fläche empor, eine Reihe dürftiger Hänser zog sich von der Phokassänle aus über den Platz, eiue andre nahm auf einer hohen Mauer die ganze Nordseite des Forums zwischen Sant' Adrian» und