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Geschwollen
landung bis zur Ochsenausfuhr. Arthur Fitger malte im „Saal" eineu antikisierenden Plafond und über dem Kamin eine Frau Saga. Der Marschenhof mit seinen Sammlungen soll nnn zum Besten der Bevölkerung der Gegeud erhalten werden. Auf dem Deich vor seinem Hause hat er eiue Nische mit einein Mosaikbildnis Karls des Großen aufgestellt. Es war sein Lieblingsgedanke, daß der Frankenkönig bei seinem Heimatsdorfe die Weser überschritten habe. Nach den Chronisten soll das bei Alisne geschehn sein; Nechtenfleth gegenüber liegt ein altes Dorf Alsen; darin erblickte er Alisne. Er selbst mußte freilich später die Berechtigung von Zweifeln zugestehn, denn in dem damals noch uneingedeichten Lande konnte kaum ein „Dorf Alisne" liegen. Seinen mildthätigen Sinn bekundete Allmers noch in seinem Testament, denn von seinem sehr zusammengeschmolzuen Vermögen sind noch Legate für die Bedürftigen Rechtenflcths ausgesetzt.
Diese werden den Mann mit dem überquellend warmen Herzen nie vergessen; der friesische Stamm wird in ihm immer seinen Herold sehen; der Same seiner Schriften wird wohl nie üppig ins Kraut schießen, aber auch nie nntergehn. Untergehn muß das, was von dem lebendigen Menschen untrennbar war, und was seine Freunde am allermeisten an ihm schützten: der geistsprühende Mann, der bezaubernde Gesellschafter, der aus Ulk und Grandezza zusammengesetzte Mimikcr. G. A. v. d. Weser
Geschwollen
> er von dem Gefühle der eignen Wichtigkeit, Klugheit oder Schönheit so durchdrungen ist, daß sich die von ihm dabei erlittne Einbuße an geistigem Gleichgewicht cinch äußerlich im Ausdruck des Gesichts, in der Rede, im Gang oder in der Haltung kundgiebt, ist geschwollen. Geschwollensein ist demnach eine Störung des geistigen Gleichgewichts, ! ein Pathos, dem jeder ausgesetzt ist; wir werden jedoch als besondre Abarten chronisches, berufsmäßiges und dekoratives Geschwollensein unterscheiden müssen.
Was den Ausdruck an sich anlangt, so halten wir ihn bis auf weiteres für hyperbolisch, da wir trotz aufmerksamer Beobachtung ein körperliches Anschwellen der Befallnen in keinem Falle wahrgenommen haben. Die verminderte Grazie und Beweglichkeit, die das Geschwvllensein der Natur der Sache nach im Gefolge hat, können leicht das Vvlksauge getäuscht haben und ihm als körperliches Anschwellen erschienen sein. Zudem liegt es auf der Hand, daß eupeptische, behäbige, mit sich selbst und mit der Welt zufriedne Leute, die gut bei Leibe zu sein Pflegen, und zu denen schon Julius Cäsar berechtigtes Vertrauen hatte, dem Geschwollensein mehr ausgesetzt sind als magere, grätige Geschöpfe, die obendrein — eiu Raffinement von Selbstbeherrschung und Tücke — es verstehn sollen, in heimlicher, das heißt äußerlich nicht wahrnehmbarer Weise geschwollen zu sein. Da demnach die äußern Symptome des Geschwvlleuseins leicht irre führen können, und man bei oberflächlicher Beobachtung einen Mann für „geschwollen" halten könnte, dessen Beweglichkeit nur durch zu schweres Blut oder Fettleibigkeit beeinträchtigt wird, so empfiehlt es sich, das Wort „geschwollen" mit dem Hilfszeitwort sein nur zu gebrauchen,