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Vom ehemaligen Königreich Hannover. 2
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Rursächsische Streifzüge

geistigen Inhalt hatte, weitere Bahnen, wo sich Kräfte leichter entwickeln und wirksamer ausleben konnten. Was sie dafür hingeben mußten, war doch eigent­lich nur das Behagliche der kleinern Verhältnisse, das heißt, soviel davon Wirklichkeit war und nicht bloß Glanz der vergoldenden Erinnerung. Denn was Menschen Gutes erfahren haben, lebt ja immer länger und stärker in ihren Gedanken, als was ihnen einstmals nicht gefallen hat. Anstatt des Idylls unsrer Kindheit haben wir nun ein Epos oder auch ein Drama, worin wir selbst die Mithandelnden sein können.

Kursächsische ^treiszüge

von G.L.Schmidt in Meißen 5. Die Lochauer Heide und Annaburg

(Schluß)

ährend des Sommers 1571 scheint das schaffensfreudige, be­sonders aber baulustige Fürstenpaar, das damals in Sachsen regierte, August und Anna, den Plan gefaßt zu haben, das immer mehr verfallende Schloß zn Lochan dnrch einen zeit- I gemäßen Neubau zu ersetzen, der ein Seitenstück zu der zwischen 1568 uud 1572 auf dem Schellenberge erbanten Augustusburg sein sollte. Wenigstens schreibt die Kurfürstin unterm 18. September 1571 aus Zossen nn den Baumeister Christoph Tendler, der damals den Schloßbau in Dippoldis- walde leitete, folgendes:Lieber Getreuer! Unser Begehren nnd Befehl ist, Du wollest Dich nach Empfahung dieses Unsern Briefes alsbntd erheben und demnächst zu uns gegen die Lochan verfügen, daß Du auf näheren Freitag gewiß bei Uns daselbst sein mögest, und wird Dir unser Hausmarschnll gegen Zeigung dieses Befehls zu einem Klepper oder Fnhre oder sonst unterwegs zu fernerer eilenden Förderung zu Tag und Nacht beholfen sein. Daran ge­schieht Unsere gefällige zuverlässige ernste Meinung. Datnm Zossen, den 18. Sept. ^nno I). 71. Während des 20. bis 22. September scheint dann in Lochan selbst mit Tendler das Nötige über den Nenban verhandelt worden zu sein; auch wurde damals die Oberleitung des Baus dem kurfürst­lichen Rat und Hofmeister Wolf von Kanitz, spktermHauptmann zu Anna- burgk" übertragen. Über ihm stand als Bauherr der Kurfürst selbst, der nach seiner Art von allen Dingen, auch von den kleinen, Rechenschaft forderte, wohl auch selbst Pläne entwarf und neben ihm als 8piritus rsotrix die Kur­fürstin, die an diesem Bau besondres Interesse hatte, weil -er zu ihrem Lcib- gedinge gehören sollte. Der zwischen dem fürstlichen Paar und Kanitz geführte Briefwechsel ist für die Kenntnis des Bcmweseus dieser Zeit sehr lehrreich;

") E. Gründler, Schlvs; Annaburg. Berlin, 1888.