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Doktor Duttmüller und sein Freund : eine Geschichte aus der Gegenwart : siebentes Kapitel : wie die Karten gemischt werden
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Du hast Recht, Ellen, sagte sie.

Natürlich habe ich Recht. Denn ich dachte doch, daß es dir ernst wäre mit der Diakonisse.

Natürlich ist mirs ernst.

Na, siehst du. Und was würde Sembritzky sagen? Dieser Mensch will sowieso vor Einbildimg platzen. Komm, Schatz, sei verständig. Zieh dein creme­farbiges an. Du sagst ja selbst, was kommt auf das Kleid an. Der Wagen wird gleich kommen, und du weißt, Pa kaun das Warten nicht vertragen.

Dagegen war denn nichts zu machen. Alice zog ihr eremefarbiges an, lehnte aber allen Schmuck ab. Na meinetwegen, sagte Ellen, mir liegt auch nichts dran, und streifte ihre Armbänder wieder ab.

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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Zur Jesuiten frage. In der Reichstagssitzung vom 28. Januar dieses Jahres, die den frühern Beschluß des Reichstags, das Jesuitengesetz von 1872 aufzuheben, und die Stellung des Bundesrats zu diesem Beschluß behandelte, hat der Wortführer des Zentrums, der Neichsgerichtsrat I)r. Spähn, unter andern? folgendes gesagt:Die Greuzboteu enthielten vor einigen Wochen (in der Nr. 50 vom 12. Dezember vorigen Jahres) einen Artikel, den man dem Historiker Dr. Kaemmel, dem Direktor eines Leipziger Gymnasiums, zuschreibt, und der vom Geiste der Versöhnung getragen ist, der aber als Voraussetzung der Versöhnung zwischeu Katholiken uud Protestanten die Preisgabe der Jesuiten verlangt. Es ist mir auf­gefallen, daß selbst bei einem historisch gebildeten Manne dieses Mißtrauen gegen die Jesuiten noch obwaltet." Indem ich mich hiermit als Verfasser jenes Artikels (Vorcmssetzungslvs") bekenne, der übrigens die Jesuitenfrage nur mit einem einzigen Satze streifte, möchte ich meinerseits, ohne auf die Debatte selbst einzugehn, etwas dazu beitragen, unsre katholischen Landsleute darüber aufzuklären, woher das tiefe Mißtrauen der protestantischen Deutschen stammt, und sie davon zu überzeugen, daß dieses Mißtrauen eine reale Macht ist, mit der jeder Politiker rechnen muß, gerade so gut, wie die Anhänglichkeit der deutschen Katholiken au Rom. Ich glaube dabei gerade als Historiker zu sprechen, und als einer, der von der römischen Kirche von Jugeud auf mehr gesehen hat, als viele andre Protestanten, ihr gegenüber deshalb vielleicht weniger von Vorurteilen befangen ist, als die meisten seiuer Glaubensgenossen, wenigstens im östlichen Deutschland.

Es sind drei Gründe, aus denen dieses Mißtrauen erwachsen ist. Zuerst ist der Jesuitenorden als ein Kampforden gegen die Protestanten gestiftet worden in einer Zeit, wo der große Abfall der Germanen alle Kräfte der römischen Kirche zur Gegenwehr herausforderte. Der Orden wurde besonders in Deutschland die Seele der Gegenreformation, und wenn der Protestantismus in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts aus einer ganzen Reihe von Positionen, wo er längst Wurzeln geschlagen hatte, verdrängt, wenn er in Österreich fast vernichtet wurde, so war das nicht zum wenigsten das Werk der Jesuiten; sie waren die streitbarste Miliz der streitenden Kirche.

Daraus erwächst ihnen natürlich kein Vorwurf. Sie siegteu auch keineswegs immer und überall durch äußere Gewalt, sondern ebensosehr durch ihre opferbereite Hingebung, mit der sie als Seelsorger, Erzieher und Beichtväter arbeiteten, und durch ihre unübertroffne Organisation, der die obendrein zwiespältigen, in zahllose Territorialkirchen zersplitterten Protestanten gar nichts entgegenzusetzen hatten. Das sind gewiß tsmxi passAti, aber die Erinnerung daran ist im protestantischen Volke noch nicht erloschen; es hat noch nicht vergessen, daß die Jesuiten die Todfeinde seines Glaubens gewesen sind, und es hält sie noch dafür.