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Viktor Emanuel III.
Seite
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ZI4 Maßgebliches imd Unmaßgebliches

verdeckt gesponnenen Fäden, Svnst würde das Geschrei gewisser Ouorcvoli alles verderben! Immerhin liegen schon Anzeichen für das Eingreifen des Königs vor. So soll es auf seinen Wunsch zurückzuführen sein, daß Anfang Januar dieses Jahres Finali das frei gewordne Schatzministcrinm übernahm, nnd daß Giolitti bei dem letzten Kabinettswechsel wieder ein Portefeuille erhielt.

Von vornherein hat sich der König über alle Vorgänge insbesondre vom Auswärtigen Amt und den Ministerien des Kriegs und der Flotte auf dem Laufenden erhalten lassen. Auch läßt er sich, um sie sorgfältig studieren zu können, die zu nntcrschreibenden Dekrete immer einen Tag vor dem regel­mäßigen Ministerempfang vorlegen, und sehr zur Verblüffung eines Ministers soll er auch schon von seinem verfassungsmäßigen Recht, die Unterschrift zu verweigern, einmal Gebrauch gemacht haben. Leitende Persönlichkeiten aller Berufsklassen empfängt er zu eingehenden Besprechungen; den Chefs der StaatS- vcrwaltungszweigc enthält er seine Ansichten nnd Wünsche nicht vor; den Hanpt- schäden des italienischen Volkslebens hier seien nur die Auswandruug und die Malaria erwähnt geht er zn Leibe, Wo seine Besichtigung von Nutzen sein kann, z, B, in Schulen, Lazaretten nsw,, dahin geht er, für jeden ist er zu sprechen. Für Arbeitgeber nnd Arbeiter, die sich um die nationale Wohlfahrt verdient gemacht haben, hat er den Orden ^1 msrito clsl ls,vora gestiftet.

Man sieht, daß es ihm ernst ist mit dem Gedanken, sein Volk zur Pflicht­erfüllung zu erziehn. Denn das größte Übel für das Land, soll er geäußert haben, sei der Umstand, daß zn wenig Leute gewissenhaft ihre Pflicht thäten.

In der äußern Politik wird er am Dreibund treu festhalten, solange dieser besteht. Und wenn es gilt, ihn zu erneuern, dann wird er den Weg ein­schlagen, der für die Wohlfahrt Italiens als der beste erscheint; das aber kann der allgemeinen Lage nach nur die Erneuerung sein. Von dem Tage an, wo die Neckengestalt des damaligen Kronprinzen Friedrich den neunjährigen Kron­prinzen Italiens auf seinein Arme den Römern zeigte, bis heute hat sich mancherlei geändert auf dein Erdenrund, aber die Grundlagen des Dreibundes sind sich doch gleich geblieben.

Ein weites Arbeitsfeld liegt vor dem thatkräftigen König. Folgt ihm sein Volk, so mag er die Behauptung zu Schanden macheu, daß wie alle roma­nischen Staaten, so auch Italien in unaufhaltsamem Niedergang begriffen sei. Ein italienisches Blatt schrieb bei der Thronbesteigung Viktor Emanncls: Mvus ineipit orclo, Vmt!

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Das Ministerium Zanardelli-Giolitti, das nach dem Rücktritt des Kabinetts Sarcicco am 6, Februar dieses Jahres die Leitung Italiens übernahm, hat schwere Zeiten durchgemacht. Da bei der entscheidenden Abstimmung schließlich