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Etwas von Verwaltung und Polizei im spätrömischen Reich
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der (iowss L^riae im Rat erschienen sei, um über eine wichtige Angelegenheit zu sprechen, hätten sie alle stumm dagesessen, ja viele hätten sich hinter den Rücken ihrer Vordermänner verkrochen, weil sie sich schon fürchteten, von dem Gewaltigen gesehen zu werden. So seien sie zu Sklaven herabgesnuken. Es sei ja ganz schön, daß sie der Stadt dienten, indem sie die Bäder heizten, Pferde zum Wettrennen und Bären zn den Tierhetzen lieferten, aber die wichtigste Liturgie bleibe doch das verständige Nachdenken über das, was dem Wohle der Stadt diene, und das offne Aussprcchen dessen, was man gefunden habe. Dazu gehöre nun freilich auch die Gewöhnung an ernste Beschäftigung, aber dieses verweichlichte und vergnügungs­süchtige Geschlecht rühre eher Giftschlangen an als Bücher.

Einem solchen Volke war eben nicht mehr zu helfen, auch nicht durch das Christen- Unn, dessen Vertreter seit Konstantins Zeit in weit höherm Grade als die Rhetoren Parlament und Presse ersetzten; die Synoden waren sogar schon Parlamente, und ein neuerer Historiker entrüstet sich über die „staatsgefährliche Frechheit," mit der Johannes Chrhsvstomus als Patriarch von Konstantinopel in seinen Predigten an der Regierung Kritik übte. Von dieser Thätigkeit der christlichen Bischöfe hat Libauins wohlweislich geschwiegen, aber die Eifersucht auf sie mag nicht weuig dazu beigetrageu habeu, seinen eignen Eifer für die Verbesserung der öffentlichen Zu­stände zu spornen, wie andrerseits auch das Vorbild des Meisters ohne Zweifel von heilsamem Einfluß auf Chrysostomns gewesen ist.

Litteratur

Reden und Vortrage von Ulrich von Wilamow^ Berlin. Weid­

manns Buchhandlung, 1901. VIII und 278 Seiten

Wer noch nicht weiß, aber wissen will, was die moder..e Mlolog^ di. Wissenschaft vom klassischen Altertum wirklich ist. "nd w^e e.n g"swoll" ^ von di s r Wisienscha aus heute die Welt ansieht, der erfährt das am besten aus diesen Reden 2d t? die in den Jahren 1877 bis ^«0 entstanden nnd b.s au die letzten vier einzelnen interessanten Fragen gewidmeten Vertrage (Der Jens lwn Olympia. Die Locke der Verenike, Ans ägyptischen Gräbern. Au den Quellen d s Clitmnnus) alle schon gedrnckt, aber einen, größern Leserkreis unziiganglich geblieben sind. Die klassische Philologie hat die Aufgabe, das Leben der ^den a^ Völker, vor allem das der Griechen, die griechische Knltnr die nut der ant n o Hmlich zusammenfällt und von den Römern nur dem «lm.de ver^

die die Grundlage unsrer Kultnr bildet, und mit der diese deshalb m bestaw.gem Zusammenhang erhalten werden muß. in allen ihren Anßer.mgm « s ^ SU erforschen und darznstelle.i. »nd sie hat dieses Ziel für i.)r ^ eher erkannt und verfügt, bevor die moderuste Richtung der Geschlchtschreibnng s " s etwas ganz ueues verkündete. Mit seiner ph"°l°g'schen bindet WilamoWitz einen weiten und freien Blick für "?e S^h überhaupt, und so hoch er die Kultnr der Griechen einschätzt, so tie durchdrnngen er ist von ihrer grundlegenden uud unvergleichlichen Bedentnng, so begeis^rt er sie darum schildert, klassisch, vorbildlich iu dem alten Sinne unsrer klassischen Dichter und des Neuhumanismus ist sie ihm keineswegs, er faßt sie durchaus historisch aus. wie jede andre Erscheinung der Weltgeschichte. Darin liegt der Unterschied zwischen