258
Die Handelspolitik im Jahre ^Ht)^
erklärt, da wären nur drei mögliche Schönhauseu, 5üuiephof, Rcinfeld, alle andern wären ihm zu despektierlich. Da kommt die Frankfurter Vakanz, Das erste Wort von seiner Berufung füllt am 24. April 1851, zwei Tage später ist die Sache geordnet und sicher.
Damit schließt der politische Teil der Briefe, der Neues bringt. Von den spätern Auslassnngeu, die dieses Gebiet berühren, sind die wichtigsten die Berichte aus Petersburg über die Stimmung des dortigen Hofes während des italienischen Kriegs vou 1859, namentlich das Urteil der Kaiserinwittve über den Kaiser von Österreich. Es bleibt wohl besser hier in Ruhe,
Die Handelspolitik im Jahre
(Schluß)
m ersten Baude der vou dem Verein für Sozialpolitik herausgegebnen Beiträge zur neusten Handelspolitik Deutschlands bespricht, wie schon erwähnt worden ist, Professor Dr. Ernst Francke, der Herausgeber der Sozialen Praxis, die „zollpvlitischen Einigungsbestrebungen in Mitteleuropa während des letzten Jahrzehnts." Er vermeidet es dabei, für die bevorstehenden Handelsvertragsverhaudluugen bestimmte praktische Vorschläge zu machen, und giebt sich anch keinen Illusionen hin über die Wahrscheinlichkeit der Erreichnng des Ziels in absehbarer Zeit. Immerhin verfolgt der Aufsatz den Zweck, in den haudelspolitischen Debatten der nächsten Zeit die zollpolitische Bereinigung Mitteleuropas wieder zur öffeutlichen Diskussion, vielleicht gar in den Vordergrund zu stellen, ausdrücklich im Gegensatz zu der im Oktober 1W0 von einem doch wohl gut unterrichteten Vertreter des preußischen Handelsministeriums in einer Versammlung von Industriellen ausgesprochueu Ansicht, daß eine Initiative der Neichsregierung auf diesem Gebiet in absehbarer Zeit Wohl kaum ins Auge gefaßt werden würde, und es jedenfalls kanm ausführbar sei, die Vorbereitung der Handelsverträge mit dieser Frage zu verquicken.
Mau wird eine historische Würdigung der im letzten Jahrzehnt in dieser Richtnng kund gegebneu Wünsche für recht verdienstlich halten und auch der Meinung zustimmen müssen, daß unter Umständen einmal eine zvllpolitische Defensivallianz Mitteleuropas gcgeu diesen oder jenen übermächtigen Störenfried nötig und dann anch möglich werden kann. Trotzdem wird man das Gcltendmachen der Forderung namens der deutschen Wissenschaft zur Zeit und für die unmittelbar zur Lösung stehenden praktischen Aufgaben unsrer Handelspolitik für aussichtslos und deshalb für zwecklos halten, vielleicht sogar fürchten