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Deutsch-italienischer Verkehr im Mittelalter
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114 Kriegsminister General Andre und seine Reformen

diesem Zeitalter nationalökonomischer Unschuld kein Mensch eine Ahnung. Alle Welt war überzeugt, daß diePfeffcrsäcke" Diebe uud Räuber seien, uud daß an allem Unheil nichts schuld sei als der Fürkauf, d. h, der den unmittelbaren Verkehr zwischen Produzeuten und Konsumenten aufhebende Zwischenhandel, und der Wucher, worunter man jede Übertretung des kanonischen Zinsverbots ver­stand. Der Mittelstand, wie wir hente sagen für jene Zeit paßt die Be­zeichnung eigentlich nicht, weil es keine Proletarier gab, wenn man nicht etwa die Arbeiter der Tuchfabrikanten und das fahrende Volk so nennen will, dieser sehr bunt aus armen Rittern, aus Bauern, Handwerkern und Lohnarbeitern gemischte Mittelstand tobte, und die edelsten Münner: Geiler von Kaisersberg, Wimpheling, Erasmus, Hütten, Hans Sachs, Luther, Zwingli donnerten gegen die Fuggerei, wie der Kapitalismus damals genannt wurde. Der einzige Eck, Luthers Todfeind, wagte es, im Auftrage der Fugger in einer Disputation zu Bologna die Ansicht zu verteidigen, daß Zinsnehmen und Kaufmannsgewinu nicht wider die Gebote Christi und seiner Kirche seien. Gar bald sollte dieser verwünschte Profit samt allem Reichtum von selbst schwinden; denn zu dem allgemeinen europäischen Unglück der Preissteigerung kam das besondre mittel­europäische der Verlegung der Handelswege, die Macht und Reichtum nach Westen verschob. Am längstem haben in dem verarmten Deutschland und Italien Augsburg uud Venedig einigen Glanz bewahrt.

(Schluß folgt)

Kriegsminister General Andre und seine Reformen

ie einschneidenden und vielfach auffallendeu Maßregeln, die der seit dem Mai des vorigen Jahres an der Spitze des französischen Kricgsministeriums stehende General Andre namentlich dem Offi- zierkvrps gegenüber ergriffen hat, find in der Tagespresse oft besprochen und je nach der Parteistellung verschieden beurteilt worden. Es dürfte sich wohl verlohnen, auch in einer deutschen Zeitschrift die Stellung, die General Andre der Armee und dein Offizierkorps gegenüber eingenommen hat, etwas näher zu beleuchten.

Als Andre, der einunddreißigste Kriegsminister seit 1871, ohne daß er bis dahin irgendwie an die Öffentlichkeit getreten war, das Portefeuille als Nachfolger des Generals Gallifet übernahm, da prophezeite ihm niemand eine lange Amtsdauer. Er war verhältnismüßig ein junger Gcueral, denn erst im Mai 1899 war er Divisionsgeneral geworden, und der Anciennitüt nach war er der 92. der 110 Divisionsgenerale, und man hörte vielfach die Ansicht