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Pariser Briefe vom Jahre 1797 : ein Beitrag zur französischen Sittengeschichte der Revolutionszeit
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pariser Briefe vom Jahre

Lin Beitrag zur französischen Sittengeschichte der Revolutionszeit

m Sommer des Jahres 1797 war ein Emigrant, der damalige Malteserritter, spätere königlich bayrische Gesandte und Graf, Herr Franyois Gabriel de Vray, der mehrere Jahre lang von seiner Heimat entfernt gewesen war, nach Paris gegangen. Neben Idem Wunsche, Vaterland und Angehörige wieder zu sehen, war es ein Auftrag des Ordeusgroßmeisters von Hompcsch gewesen, der den zwei- unddreißigjährigen Chevalier in die Hauptstadt des republikanischen Frankreichs geführt hatte. Durch die Revolution seiner französischen Besitzungen beraubt, hielt der Orden nach Beendignug der jakobinischen Gewaltherrschaft, nach Ein­sehung einer zur Mäßigung geneigten Negierung (des Direktoriums), und nach­dem die ausgewanderten Anhänger des alten^ims wieder hatten zurückkehren dürfen, den Zeitpunkt für gekommen, seine Ansprüche auf eine Entschädiguug für die erlittnen Verluste geltend zu machen. An eine Verhandlung selbst wurde zunächst noch nicht gedacht. Brav, sollte das Terrain rekognoszieren und über die Lebensfähigkeit der neugeschaffne« Verhältnisse, vor allem aber darüber be­achten, vb die vielfach gehegten Hoffnungen auf Wiederherstellung des König­tums nnd der alten Ordnung französischer Dinge irgendwie begründet er­schienen.

Die hierbei erstatteten Berichte de Brahs beweisen, daß der sonst nicht "llzu einsichtige letzte Großmeister des weiland berühmten Ordens diesesmal den rechten Mann °an die rechte Stelle zu bringen gewußt hatte. Nach Her­kunft, Bildung und Erziehung ein Mann des alten Frankreichs und seiner ^lgeutüiulichkeiten, war der Chevalier gleichwohl so urteilsfähig gewesen, daß er du? Thorheiten der Mehrzahl seiner emigrierten Stnndesgenossen abgestreift, "e furchtbaren Lehren der großen Umwälzung verstandeu und die Fähigkeit

unbefangner Beurteilung der nenen Zeit nnd der dadurch geschaffnen Ver- Mtmsse erworben hatte. Seine Berichte bezeugen, daß er nicht nur voe-

Greuzbole» III 1900 g?