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Bisher ungedruckte Briefe
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Jolas letzte Romane

Sachen veröffentlicht werden sollte; was sonst sein Schreibtisch und sein Schrank bargen, mußte ewiges Geheimnis bleiben.

Vergleiche man doch einmal mit dieser das Briefgeheimnis pietätlos zer- störenden Publikation und dem dadurch erworbneu Wissen das wenige, was wir aus dem Leben andrer Geistesheroen kennen! Es ist fraglich, ob je ein Homer gelebt hat; die seinen Namen tragenden Werke gelten noch heute als klassisch. Noch immer ist die Frage nicht gelöst, ob Shakespeare oder Bacon der Verfasser der erschütternden Dramen gewesen ist, was schadets? Und wenn SchillersGlocke" und derWallenstein" aus irgend einem Zufall uns Epi­gonen ohne den Namen des Verfassers oder unter einem beliebigen andern überliefert worden wären, verlören sie dadurch nur das Geringste von ihrem Wert? Wehe dem Dichter, dessen schon genügend bekannte und gewürdigte Größe noch dadurch erhöht werde» soll, daß die uachfolgeudeu Generationen durch schnöde Verletzung des jedem gebildeten Menschen heiligen Briefgeheim­nisses auf durchaus unbedeutende, für ihn aber sehr wichtige Geheimnisse auf­merksam gemacht werden. Hinweg also mit dieser ebenso unnötigen wie pietät­losen Aufsuchung und Veröffentlichung vonbisher ungedruckten Briefen" be­rühmter Männer! B. L. Walther

Zolas letzte Romane

von Ernst Groth (Schluß)

>an hat Zola mir Petronius, dem Romanschriftsteller der römischen Decadenee, vcrglicheu und zahlreiche Ähnlichkeiten nachzuweisen versucht.'") Es ist richtig, die Neigung zn einer übertrielmen Kleinmalerei, die Vorliebe für das Obseöne uud Perverse und leine unverkennbare Geschicklichkeit in der Schilderung des ge­sellschaftlichen Lebens mit allen seinen Gebrechen und Verirruugen, diese Züge finden wir bei Petronius uud bei Zola in gleicher Stärke, und wer das berühmte FragmentDas Gastmahl des Trimalchio" mit der Art vergleicht, wie Zola die Pariser Gesellschaft schildert, dein wird die Ähnlichkeit zwischen ihren Auffassungen uud Absichten nicht entgehn. Aber die Vergleichung darf nicht zuweit getrieben werden, denn Zolas Bild stimmt doch sehr wenig zu der Charakteristik, die einer der besten Kenner des Petronius, Franz Bücheler, von diesem römischen Schriftsteller giebt. Er sagt von den Frag-

Vergleiche den Bericht über die Borlesung, die Marx nn der Leipziger Universität vor König Albert gehalten hnt (Leipziger Tageblatt vom 1. Febr. 1900).