Philisterseelmi
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So kehrt er nach Frankreich zurück und übernimmt wieder seine kleine Pfarre in Neuilly als ein Priester ohne Glauben, der den Glauben der andern mit dem Brote der Illusion nährt. Damit beginnt Zolas nächster Noman ?M8.
(Schluß folgt)
Philisterseelen
or einigen Jahren hatte das Wort „Weltpolitik" für den friedlichen zeitunglesenden Deutschen uoch etwas Befremdendes, ja Erschreckendes. Jetzt stehn wir mitten drin in der Weltpolitik; die Frage, ob Deutschland sie treiben solle und könne oder nicht, ist entschieden durch die Thatsachen selbst, und aus der Möglichkeit ist eiu harter Zwang geworden. Dem, auch der freisinnigste Philister kann uicht umhin, zuzngestehn, daß Deutschland für die Ermordung des kaiserlichen Gesandten in Peking volle Sühne unnachsichtlich fordern und durchsetze» muß. Und mit einer Wucht, einer Energie lind Umsicht, die in jedem deutschen Herzen nur die lebhafteste Freude und Genngthunng erwecken kann, hat der Kaiser den Eintritt Deutschlands in den ostasiatischcn .Krieg in die Wege geleitet. Am 19. Juni, unmittelbar nachdem die Post von Taku eingetroffen war, erging sein Mobilisierungsbefehl an die beiden Seebataillone in Kiel und Wilhelmshaven, der erste derart seit dem 16. Juli 1870, der erste Mvbilisieruugsbefehl überhaupt, den eiu deutscher Kaiser erlassen hat; nm 3. Juli wurde auch die zweite Division des ersten Panzergeschwaders für China mobilisiert, dann das ostasiatische Expeditionskorps aus Freiwilligen des Laudheeres gebildet, das seit dem 27. Juli auf deutschen Dampfern Bremerhnven verließ und jetzt durch eine dritte Brigade verstärkt wird. Am 8. August wurde Graf Waldersee auf deu Vorschlag des Zareil vom Kaiser Mm Höchstkommandiereilden in China ernannt, eine glänzende Anerkennung ebensowohl für die Persönlichkeit des Feldmarschalls wie für die Leistungsfähigkeit des deutschen Heerwesens und für die Lauterkeit der deutschen Politik; "> der Morgenfrühe des 23. Anglist trat er mit seinem Stäbe die Reise von Neapel an. Das alles vollzog sich so glatt und geräuschlos, als ob Deutschland schou seit Jahrzehnten gewöhnt sei, ganze Divisioneil über See um die halbe Erde herum zu schicken, und doch ist es das erstemal in der Geschichte, daß es eiil solches Unternehmen begonnen hat.
Die Wärme, mit der Graf Waldersee auf seiner ganzen Fahrt dnrch das Reich begrüßt wurde, uoch mehr die freudige Bereitwilligkeit, mit der sich Zehntausende juuqer Mäuner in allen Teilen des Reichs als Freiwillige für China meldeten, nicht Leute aus dem Abhub der Gesellschaft, wie sie die eng-