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Eine Dienstreise nach dem Orient : Erinnerungen :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Gilgnl aßen wir zu Mittag, Ich belegte mit dem Geheimen Kirchenrat Pank ein bescheidnes, aber sanbres Zimmer im Nebengebäude für die nächste Nacht, und dann ging die Fahrt noch 2Vü Stnnden lang weiter durch die ziemlich trostlose, aber durch den Blick auf die Gebirge und durch die biblischen Er­innerungen gleichwohl belebte Ebne bis unmittelbar an das flache Gestade des Toten Meers.

Bei dem herrlichen Wetter — der Sonnenschein glitzerte auf dem leise bewegten, dunkelblauen Wasser — hatte die Stätte, an der einst Sodom und Gomorrha gcstnudeu habeu, nichts Schauriges. Bald sah mau eine gauze Zahl Reisegefährte« bis an deu Hals im Wasser sitze», dessen Schwere und Salz­gehalt so berühmt ist. Ich badete nicht, sondern vertiefte mich in den grotesken Anblick des fisch- nnd verkehrsloscn Sees mit seinen gebirgigen Umgebungen. Von hier ging eS mit einstündiger Wagenfahrt zn der Stelle am Jordan, wo Christus von Johannes getanft sein soll. Es zeigt sich hier mit einemmale ein ganz eignes, landschaftlich entzückendes Fleckchen Erde, ein grünes Wald- whll, das nn lanschigc Ecken in Thüringen oder im Harz erinnert. Der Jordan wacht hier eine Krümmung nnd bildet eine Art Becken, das von Weiden, Pappeln, Johannisbrotbänmen, Olbäumen nnd Buschwerk malerisch umschlossen ist, eiu ganz überraschendes Gegenstück znm Gestade des Toten Meers. Ob es die Stelle ist, von der es im Evangelium des vierten Adventssonntags heißt: „Dies geschah zn Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte," mag dahingestellt bleiben, ist ja auch gleichgiltig; aber weihevoll ist dieses Fleckchen Erde, uud unwillkürlich wurde man hier ernst nnd feierlich gestimmt. Ein Einsiedler, der am jenseitigen Ufer lebt, fnhr in einem Nachen durch die stille ^»cht. Wir aber saugen: „Ich bin getauft auf deinen Namen," nnd General- supcrintendent Nebe hielt eine kurze, nn die Taufe des Heilands anknüpfende ^bauliche Andacht. Dann dunkelte es schnell, nnd wir fuhren nach Jericho zurück, das wir trotz verfehlter Wege nach anderthalb Stuudeu glücklich er­reichte«.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Über Reisekosten der Staatsbeamten sind uns verschleime Zuschriften zu­gegangen:

i- In Nr. 45 der Grenzboten vom Jahre l899 ist Seite 326 ff. über 'e Reisekosten der Staatsbeamten ein Aufsatz erschienen, worin ausgeführt wird, "v die Fnhrkvsten, Vergütungen für Zu- und Abgänge, sowie die Tagegelder zu Mh seien. Es wird darin angeführt, daß für jedes Kilometer Etsenbahnfahrt elf