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Eine Dienstreise nach dem Orient : Erinnerungen :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

schaft gefeierten patriotischen Feste. Fast zu viel, als daß jedes für sich hätte zu seinem vollen Rechte komineu können. Abends saßen Nur noch bis uach Mitternacht auf der große», schönen Terrasse vor dein Hotel. Ich schlief prächtig, zum erstenmal unter einein verkabeln Moskitonetz.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Wirtschaft und Politik. Es giebt ein BuchWirtschaft und Recht," das sich gegen die materialistische Marxische Auffassung wendet, als wäre die Nechts- anschauung eines Volkes vou dessen Wirtschaftsform abhängig, und beide zusammen unter zwei Namen eigentlich nur ein Körper. Es wäre ebenso verdienstlich, ein Buch zu schreiben:Wirtschaft uud Politik," um den landläufigen Glauben zu widerlege», als seieu Wirtschaft und Politik eigentlich dasselbe, als wäre alle ver­nünftige Politik im Grunde nur Volkswirtschaftspolitik, oder gar Handelspolitik. Chmuberlnin hat sich zu dem Ausspruch verstiegen, daß das Londoner Auswärtige Amt, wenn es seine Sache recht verstünde, sich als Handelskontor ansehen müsse. Diese Anschauung kauu eiu englischer Staatsmann wohl haben, dessen Vaterland seit Jahrhunderten keine gefährlichen Angriffe, die bis ins Mark dringen, hat aus­halten müssen. Ein deutscher Staatsmann weiß aber, daß es sich in allen den zahlreichen Kriegsstürmen, die über Deutschlands Boden gegangen sind, immer um ganz andre Dinge gehandelt hat, als um handelspolitische. Unsre Politik hat zu­nächst uud wohl uoch auf lange hinaus nur die eine recht schwere Aufgabe, die Heimat zu schützen, neben der die Vermehrung des Volkswvhlstands nur wie das Mittel neben dem Zweck dasteht.

Es erscheint mir überhaupt als ein Irrtum, weun man es für die Pflicht des Staats erklärt, das Volk reich zu macheu, während es doch umgekehrt die Pflicht des Volks, unsre Pflicht ist, das von den Vätern ererbte Staatswesen uu- gcschwächt an politischer Macht der kommenden Generation zu übergebe». Reichtum bedeutet aber uoch lange nicht politische Macht. Muskeln und Knochen allein, so stark sie anch sein mögen, machen noch keinen Mann, sondern erst das wunderbare physische Etwas, das dem Manne die geistige und leibliche Zcuguugskraft giebt. So bleibt auch ein Volk, wenn es nur reich ist und mit dem alten Reichtum stetig ueuen erwirbt, politisch impotent uud ist dazu da, die Beute des Stärkern zu werden, solange es nicht auch dcu Willen zur Macht hat, zur Selbständigkeit, die man Freiheit uennt, wenn sie in Gefahr ist, verloren zu gehn. Für diese Güter seine Reichtümer zu opfern muß es entschlossen sein. Das Volk braucht allerdings Reich­tümer, wenn es welche opfern soll. Aber notwendiger uud doch seltner ist die Bereitwilligkeit eines Volks, seine Reichtümer wieder zu opfern. Weder am privaten Reichtum, noch am Reichtum der Staatskassen, noch an der Kopfzahl der Bewohner, noch gar an der Anzahl der Quadratmeilen, oder an der Ausdehnung der Kolonien darf man die politische Macht eines Volks messen, sondern nur an der Bereitwilligkeit, Opfer an Gut und Blut zu bringen.

Wir find in den letzten Jahrzehnten ein gut Teil reicher geworden. Das meiste von diesem Reichtum habeu wir dem Auslandhaudel uud Auslandgewcrbe