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Line Dienstreise nach dein Grient
die zugleich als Glanzprobc von Kaßuers eigner Sprache dieneil kann, mag diesen Bericht über das originelle Bnch schließen. „Es ist etwas eignes »in die Bilder Shelleys. Sie sind wie ans Licht, Lnft und Wasser gewoben, die Farben sind die des Regenbogens, ihr Ton der des Echos, ihre Dauer, wenn ich so sagen darf, der der ans- nnd abschäumenden Welle. Shelley liebte das Meer und das Schicksal, die Segel und die Seele, die Sterne und die Augen. Er liebte die Wolken, die Töchter des Meeres und der Luft, und die Menschen, die Kinder des engenden Schicksals und der weitenden Sehnsucht, er liebte den Regenschauer und die Thränen. Der Wind jagt die Wolken, der Wille die Menschen. Er liebt die Lust, wenn sie in den Schinerz hinstirbt wie der Tag in die Nacht. Mond und Echo sind ihm wie die Erinnerung an den Glanz und den Jubel des tagenden Glücks. Er liebte die Dinge um ihres Wechsels willen, er, der nie Ruhe fand. Doch unzerstörlich lebt in ihm das heiligende Wissen vom ewigen Sein der Nnturkräfte. Ein Ding verstehn, heißt Ohr für seine Mnsik haben. Alles, was ist, soll mau daraufhin prüfen, den Menschen und sein Gedicht. Ich stelle Shelleys Lyrik die Goethes gegenüber. Auch als Lyriker ist Goethe immer Künstler, er nimmt jedes Ding in seiner Eigenheit nnd spannt und streicht es wie eine Saite, bis es einen Ton giebt und Musik geworden ist. Für Shelley ist die Welt unvergleichlich ärmer, aber er Hort in den Dingen, denen sein Auge offen ist, überhaupt nur die Musik, und sein Dichten ist ein Leiden an den großen Harmonien," L. I-
Gine Dienstreife nach dem Grient
Erinnerungen von Staatsminister Dr. Bosse
eit Jahren gehörten zwei Reisen zu meinen sehnlichsten Wünschen, eine Reise nach Amerika uud eine nach Palästina. Zwei sehr verschiedue Reiseziele, ebenso verschieden wie die Gründe meiner Sehnsucht nach ihnen. Nur die UnWahrscheinlichkeit, daß diese Sehnsucht jemals Erfüllung finden könnte, war bei beiden gleich groß. Schon Homer ermahnt: «^.^ ^evc,' «i^«ovt vo^««?,« re- /ler^ä, nicht gewährt Zeus den Männern alle Wünsche. Damit hatte auch ich mich abgefunden. Allein zuweilen geschehn plötzlich und unverhofft Dinge, die auch den kühnsten Wünschen Erfüllung bringen. So ist es mir mit der ersehnten, aber für unerreichbar gehaltnen Orientreise ergangen. Wider alles Erwarten fiel sie mir plötzlich in den Schoß. Ich habe in meinem bewegten Leben viel Schönes und Interessantes gesehen und erfahren, und ich bin dafür dankbar. Diese Reise aber mit allen ihren Seltsamkeiten — sie verlief ganz