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Die Zukunft der russischen Ostseeprovinzen und die Lösung der baltischen Hrage
it wachsendem Interesse hat der Schreiber dieser Zeilen den sich dnrch große Sachkenntnis und vor ollem durch eine lobenswerte Unparteilichkeit anzeichnenden Artikel „Zur baltischen Frage und zu ihrer Losung" von O. Heinrich in Nr, 48 des letzten Jahrgangs dieser Zeitschrift gelesen. Da er als geborncr Balte nach vollendetem Studium sowie nach zweijähriger Berufsthätigkeit in Kurland für seine Person die baltische Frage in der von O, Heinrich vorgeschlagnen Weise gelöst hat, d, h, in die Provinz Posen ausgewandert ist, so dürfte hiermit sein Recht, in dieser „Frage" ebenfalls das Wort zu ergreifen, erwiesen sein, lind zwar möge es ihm, im Anschluß an den erwähnten Artikel, erlaubt sein, auf die beiden dort behandelten Fragen, welches die Znkunft der baltischen Provinzen sei, nnd ob die baltische Frage durch eine geschlossene Auswandrnng der Balten zu lösen sei, näher einzugehu.
Was zunächst die Zukunft der rnssischen Ostseeprovinzen aulaugt, so dürfte jeder unbeteiligte Znschaner dem Herrn Verfasser des obeu genanutcn Artikels darin zustimmen, daß „die Ostseeprovinzen als Verlorner Posten des Deutschtums anznseheu" sind. Die Nnssifiziernng wird immer weiter fortschreiten »nd nicht eher zum Stillstand kommen, als bis das Deutschtum völlig vernichtet und Kurland, Livland und Esthland „russische" Provinzen geworden sind. Ist auch die Zahl der „deutschbaltischeu Opportunisten, die sich mit dein Gedanken an eine organische Verschmelzung mit dem rnssischen Volke ausgesöhnt haben und den RnssifiziernngSbestrebnngeu entgegenkommen,"") noch sehr gering, sv wächst sie doch stetig, und iu der zweiten Generation dürfte sie recht stattlich, wenn nicht sogar überwiegend geworden sein. Hierfür spricht allein schon die
Wo bei Zitaten keine Quelle angegeben ist, da sind diese dein erwähnten Artikel entnommen.
Grenzboten Ili 1S00 31