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Italienische Volks- und Kirchenfeste
beinahe zum Opfer gefallen wäre, überwunden, den im Grnnde immer gesuchten, festen Anschluß nn ein widerstandsfähiges nationales Stnatswesen gesunden hatte, war es dem König Johann in seinen letzten und glücklichsten Jahren beschieden, die Vollendnng dessen zu sehen, wonach er, allerdings lange auf andern und schließlich ungangbaren Wegen, immer gestrebt hatte, die Nen- gestaltnng Deutschlands, und sciuem ältesten Sohne war es vergönnt, als einem der ersten Feldherren des aufsteigenden Reichs seine klare Umsicht und ruhige Festigkeit, die er bisher in den ungünstigsten Verhältnissen erprobt hatte, in ruhmvolle« Siegen zu bewähren.
Mit seiner Thronbesteigung am 29. Oktober 1873 schließt das vorliegende Bnch. Möge der Tag, wo eine Fortsetzung über die Regierung des Königs Albert geschrieben werden kann, noch recht ferne sein!
Italienische Oolks- und Kirchenfeste
von Hermann Lhrenberg (Schluß)
^. Vatikanische Feste (Der Aröuungstag des Papstes — Eine Seligsprechung)
n dein alten Sprichwort: „In Rom gewesen sein und den Papst nicht gesehen haben," womit der Gipfel menschlicher Nn- zuläuglichkeit und Versänmnisfähigkeit bezeichnet wird, spiegelt sich die Bedeutung des Papsttums sür Rom am dentlichsten wieder. Freilich müssen heute sehr viele bei einein römischen Aufenthalte darauf verzichten, den Papst von Angesicht zu schaneu. Die Zeiten, wo er sich iu einer Sänfte durch die Straßen Roms tragen ließ oder von dem Balkon einer Kirche öffentlich dein Volke seinen Segen spendete, siud vorüber. Er fühlt sich ja als Gefangner und kann deshalb den Vatikan nicht mehr verlassen. Nur ünßerst selten zeigt er sich einer größern Menge; Gelegenheiten, wie die von ihm vollzogne Messe in der Peterskirche bei seinen' Priesterjubiläum oder die neuliche Eröffnung der Heiligeu Pforte bei der Jahrhundertwende, siud als spärliche Ausnahme» zu betrachten. Zu den Festlichkeiten im eugeru vatikanischen Kreise, an denen er teilnimmt, ist es aber begreiflicherweise schwer, Zutritt zu erhalten. In der Sixtinischen Kapelle, in der sie meistens stattfinden, ist höchstens für zweihundert Gäste Platz. Bedenkt man, wie viel Personen von Stand und Bedeutung aus alle» Ländern und Erdteilen sich fortgesetzt in Rom dauernd oder besnchsweise aufhalten, so kann man sich leicht nnsmalen, welche Jagd die armen Botschafter und Gesandten