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Acht Jahre sächsisch-deutscher Polkitik :
(Schluß)
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Acht Dahre sächsisch-deutscher Politik

von Vtto Aaemmel (Schluß)

ine Aussicht, sich wieder zu größerer Geltung emporznbringen. eröffnete sich erst, nls Österreich die preußische»Febrnarbedin- gungen" für das Verhältnis Schleswig-Holsteins zu Preußen, die auch Kronprinz Albert alshalbe Mediatisiernug" auf­faßte, ablehnte und damit eine neue Periode des Gegen­satzes zu Preußen eröffnete. Daß sich im Falle eines bewaffneten Konflikts die Buudesstaateu an Österreich anschließen mußten, stand für König Johann außer Zweifel; andrerseits erschien ihm ein Brnch zwischen den beiden Groß­mächten alsein so großes Nntionalungliick, daß mau jede Möglichkeit zur Aus­gleichung zn benutzeu verpflichtet ist." uuter Vorbehalt des Nechtsstaudpuukts in der schlesU'ig-holsteiuischeu Sache. Freilich der Ausgleich zwischen Öster­reich und Preußen, den die Kouveutivn von Gastein am 14. Augnst 1865 brachte, wirkte auf die mittelstaatlicheu Kreise geradezuniederschmetternd," weil sich damit das Einvernehmen der beiden Großmächte, das die Mittel­staaten so tief herabgedrückt hatte, zn erneuern schien; es wirkte mit dazu, daß auch Sachsen, dein Wiener Kabinett entfremdet, am 31. Dezember 1865 den italienischen Handelsvertrag des Zollvereins unterzeichnete, der die bisher ver­weigerte Anerkeunung des Königreichs Italien in sich schloß.

Allein die Konvention war nur ein Notbehelf für Österreich und hiuderte uicht, daß diese Macht in der schleswig-holsteiuischeu Erbfolgefrage den pren- snschen Ansprüchen, die jetzt ans die Annexion losgingen, nm keinen Schritt entgegenkam, vielmehr sich allmählich den mittelstaatlichen Standpunkt zu eigen "'achte und in Holstein die Agitation für die Einsetzung des Augusteuburgers offen begünstigte. Als nnn die Gefahr eines bewaffneten Znsammenstoßes unmer näher rückte, war man sich in Sachsen schon Anfang März 1866 voll­ständig klar über die zn ergreifenden politischen uud militärischen Maßregeln. Der bnndesrechtliche Standpunkt sollte unbedingt festgehalten, die Armee zwischen Freiberg und Chemuitz vereinigt werden, uud weuu das Laud gegen ""W übermächtigen Angriff von Norden her nicht zu bchaupteu war, nach Bayern abziehn, um dort zur Verfügung des Buudes zu steh». Indem Öster­lich in einem Rundschreiben vom 16. März den Mittelstaaten seine Absicht "klärte, die Entscheidung über die Elbherzogtümer dem Bnude überlassen zn Grenzboten 1900 III 26