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Sibiriens wirtschaftliche Bedeutung
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428 Die deutsche Weltpolitik

nicht nur die nicht ackerbantreibendeil Kreise versorgeil, svndern auch Korn aus­führen können. Diese Ausfuhr betrug allein ans Westsibirien in den letzten Jahreil 3'/.j bis 4 Millionen Zentner an Sommerweizen, Es ist klar, daß sich bei weiterm Fortschreiten der Kolvnisiernng die znr Ansfnhr gelaugeuden Getreide- mcngen vervielfältigen müssen, und daß sie sehr bald anch den Weg auf den europäischen Getrcidemarkt finden werden. Denn die sibirische Bahn durch­schneidet gerade den Teil Sibiriens, der eine Kornkammer zn werden verspricht und alle Aussicht hat, in nächster Zeit durch Zufuhrbahneu nud Ausnutzung der vorhandnen Wasserwege anch über das Eismeer sür den Weltverkehr er­schlossen zu werden. Das europäische Nnßland bedarf der Vorräte Sibiriens trotz aller Hnngersnöte nicht, der chinesische Markt wird aber wegen der großer» Transportschwierigkeiten und geringern Kanfkraft weniger Anziehung auf das westsibirische Korn ausübe». Die Getreideprodnktion Sibiriens berechtigt also zu der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erstarrung Rußlands; sie bringt viel­leicht für unsre Landwirtschaft eine ernste Gefahr. In zweiter Linie hat die Kultur der Faser- und Ölpflanzen sowie des Tabaks eine bedeutende Zukunft.

(Schluß folgt)

Die deutsche Weltpolitik

von Hans Wagner (Lharlottenburg)

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enn das Deutsche Reich durch eine kräftige Weltpvlitik der heimischen Industrie weite Absatzgebiete schafft und dadurch ihre Ausbreitung fördert, so übernimmt es damit zugleich die Ver­pflichtung, die Schäden nnd Auswüchse feru zu halten, die ein Jndnstrialismus, der wild wachsen darf, mit sich bringt: nämlich das Anschwellen der lvirtschaftlicheil Macht in den Händen einzelner und das Hiuabdrücken zahlreicher Existenzen in die Notlage oder iu die wirtschaftliche Abhängigkeit mit allen ihren physischen und moralischen Nachteilen. Wie der Industriestaat wegen des Charakters des Weltmarkts den Kampf zwischen den heimischen Produzenten nnd Konsnmenten verschärft, unter dem vor allem die Lebensutittelproduzenteu leiden, so bringt er anch den verschärfteil Gegensatz zwischen Unternehmern und Arbeitern. Anch in dieser letzten Hinsicht mnß der Staat vermitteln, soll, wie in jenem Kampfe die Weltmarktstellung Deutsch­lands, in diesem die Weltmachtstellung Bestand haben.

Der Weltmarkt arbeitet mit Massen, im Gegensatz zn dem Kleinhandel der Binnenmärkte. Es ist daher natürlich, daß das Großgcwerbe, der Großhandel