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Frau Venus :
(Schluß)
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Hrcm Venus

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«Schluß)

!N der Galerie, wo ich zu zeichnen hatte, fand ich es so kalt, daß ich meine Arbeit anfs äußerste beschleunigte, und nachdem sie beendet war, eine Stunde in der Stadt herumlief, um mich zu erwärmen. Als ich in unser Hotel zurückkam, fand ich meine Reisegefährtin vor dem Kamin auf eiuen Sessel ausgestreckt, ihre kleiuen Füße ^fast iu das lodernde Fener haltend, während der Hanswächter nach ihrer Anweisung neue Scheite im Kamin auftürmte. Sie streckte mir lachend die Hand entgegen und versicherte mir, daß es ihr ausgezeichnet in Perugia gefalle, daß sie entzückt sei, die Reise unternommen zu haben, weuugleich sie außer dem einen Zimmer und dem trefflichen Diener nichts davon gesehen habe, noch zn sehen gedenke; sie wollte auch bis zur Stunde der Abreise ihren Platz nicht ver­lassen; ich möge das Frühstück anfs Zimmer bringen lassen. Ich ging also, um die nötigen Anordnungen zn treffen, dann wnrde der Tisch vor das Fener ge­schoben und so gut es ging das Frühstück serviert. Obgleich die Gerichte von mäßiger Zubereitung waren, aßen wir beide mit gutem Appetit, und da ich für trinkbaren Wein gesorgt hatte, stellte sich auch wieder ein Gefühl von Wärme nnd Behagen ein. Nach dem Essen blieben wir vor dem Kamin sitzen und sahen ins Feuer, bis die Baronesse sagte, daß sie eine unwiderstehliche Begierde nach einer Cigarette habe. Ich lief sofort, ihren Wunsch zu erfüllen, und dann blieben wir ranchend und plaudernd auf unsern Plätzen. Sie sprach von den verschiedensten Dingen in muntrer, anmutiger Weise, ohne aber mit einem Wort unsrer Reise nnd des überstandnen Ungemachs zu erwähnen. Um drei Uhr kam der Wagen, den ich verlangt hatte, um uns zur Station zn fahren, nachdem ich zuvor durch den Diener hatte eine wollene Decke besorgen lassen. Ich bestand darauf, daß die Baronesse den Pelz behielt, uud hüllte mich selbst in diese Decke; auch fanden sich heute die Eisenbahnwagen erwärmt. Wir hatten zahlreiche Reisegesellschaft nnd sprachen wenig während der Fahrt, doch bemerkte ich jedesmal, wenn ich zu ihr hiuübersah, daß ihre Augen auf mich gerichtet waren. Ich fühlte mich unwohl und war froh, als wir iu Florenz angelangt waren. Sie bat mich, sie zu einem Wagen zu führeu, verbat sich aber meine Begleitung und bestand auch darauf, mir deu Pelz dort zurückzugeben. Daun reichte sie mir die Hand nnd fnhr nach ihrer Wohnung.

Ich suchte möglichst bald die meine zu erreichen, um mich ins Bett zu legen, das ich mehrere Wochen lang nicht verließ. Denn schon in der Nacht befiel mich als Folge der Erkältung ein heftiges Fieber, nnd es war am ersten Tage des neuen Jahres, daß ich zum erstenmal meine Wohnung verließ, um einige notwendige Besuche zu machen. Während der ganzen Zeit meiner Krankheit hatte ich nichts von der Baronesse gehört. Ich hatte nicht gewagt, zu ihr zu schicke» und nach ihrem Befinden zu fragen, weil ich nicht wußte, ob ihre Schwester überhaupt etwas von unsrer Reise erfahren hatte, nnd die Baronesse hatte nichts von sich hören