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Autor und Bühne : zwanglose Plaudereien über ein sehr ernstes Thema
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Autor und Vühne

Zwanglose Plaudereien über ein sehr ernstes Thema von A. <L, Strahl

s hat wohl noch nie eine Zeit gegeben, wo die Freude und Lust am Theaterbesuch im großen Publikum so rege war wie jetzt. Immer neue Bühnen entstehn, nicht nur in Berlin, sondern auch in der Provinz. Städte, in denen vor gar nicht langer Zeit nur ein Theater kümmerlich sein Dasein fristete, haben jetzt zwei oder drei; und alle finden ihre Rechnung. Mit der Zahl der Theater aber wächst natürlich auch der Bedarf au Bühuenwerken. Warum aber, so muß man sich fragen, tragen diese Werke immer wieder nur die Namen be­kannter Autoren, warum begegnen wir so selten Neulingen auf den Brettern? Bei flüchtigem Hinsehen kann es wahrlich scheinen, als ob unsre dramatische Litteratur immer ärmer würde. Und doch ist sie gerade heute üppiger und blühender als je. Die Bühuenschriftstellerei ist gar zu verlockend. Wenn ein Stück Erfolg hat, so summieren sich die Honorare und Tantiemen zu Zahlen, wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch kaum gedacht werden konnten. An Stücken also gebricht es keineswegs. Vielleicht an Stücken, die wert sind, aufgeführt zu werdeu? Nein! Auch diese sind da in Hülle und Fülle. Ja. aber woher dann dieser Zustand, der die Vermutung aufkommen läßt, als wäre die Bühne nnr ein Monopol für die wenigen modernen Lieblings­autoren? Da sind wir an dem Puukte angelangt, über den ich hier zwanglos plaudern möchte. Ich will nicht behaupten, daß ich mit meinen Ausführungen überAutor und Bühne" den Nagel immer auf den Kopf treffe, aber vielleicht wird man doch etwas darin finden, was wenigstens zu denken giebt.

Der Theaterdirektor muß heute vor allem Geschäftsmann sein leider, aber es ist so. Mag er sich beim Beginn seiner Laufbahn auch die edelsten Ziele setzen, schließlich bleibt ihm doch nichts andres übrig, er mnß mehr mit pekuniären als nur mit rein künstlerischen Erfolgen rechnen. Und was bringt ihm pekuniäre Erfolge? Gerade darin haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Früher war es wohl möglich, das Theater zu füllen, wenn auf dem Zettel die Namen beliebter Schauspieler oder Schauspielerinnen standen. Man konnte nicht oft genug seine Lieblinge sehen und lief ins Theater, auch wen» die Be-