Gin russischer ^oziolog
^ls der Aufsatz: Tod und Auferstehung der Philosophie im 43. und >44. Heft schon gedruckt war, fiel mir ein Buch in die Hände, !das die dort besprvchnen Autoren in merkwürdiger Weise ergänzt: Das ^LO der sozialen Wissenschaften. Die gegenwärtige westeuropäische Zivilisation von N. Flerowsky. Übersetzung des Autors aus dem Russischen. Leipzig, Hermann Haacke, 1898. Der Verfasser kritisiert nämlich die heutigen Physiker, Chemiker, Biologen und Naturphilosophen so unbarmherzig wie Schoeler und löst die Aufgabe, die Gesellschaft nicht durch der Natur eutnommne Analogien, sondern als Naturprodukt zu erklären, weit befriedigender als Natzenhofer. Zum Lesen freilich ist es ein schreckliches Buch. Der Verfasser, von dem ich sonst nichts weiß (Stammhammers Bibliographie des Sozialismus und Kommunismus enthält den Namen nicht), hat diese Untersuchungen, die nur einen Teil seiner in Rußland verbotnen größern Arbeit ausmachen, selbst ins Deutsche übertragen, obgleich er dieses nur unvollkommen beherrscht, und der Verleger hat es nicht für nötig erachtet, diese Übersetzung wenigstens von ihren gröbsten Fehlern, wie „seine" für „ihre," der verrückten Interpunktion und Eigennamenschreibung (Kongt soll Comte, Konde Condü heißen) säubern zu lassen. Natürlich vermag der Verfasser seine Gedanken in der ihm ungewohnten Sprache nicht deutlich und klar auszudrucken — es nur einigermaßen fertig zu bringen, muß ihm ungeheure Mühe gekostet haben —, und wahrscheinlich ist es der Wunsch, Mißverstandnissen vorzubeugen, was ihn bestimmt hat, unter der Überschrift ^Kö riresös eine Inhaltsübersicht in englischer Sprache anzuhängen, die er besser beherrscht. Endlich ist das Ganze unzweckmäßig augelegt: das physikalisch, metaphysische ist mit den historischen Betrachtungen verflochten, und diese sollen zwar nach den Überschriften chronologisch geordnet sein, aber der Verfasser mischt fortwährend die Personen und Begebenheiten verschiedner Zeiten untereinander. Trotz dieser formellen Mängel halte ich das Buch für höchst wertvoll, weil es die konsequenteste und verstündigste atheistische Philosophie enthält, die man sich denken kann.
Flerowsky lehrt ganz richtig, daß alle Naturerkiärung von unsrer innern Erfahrung ausgehn muffe, weil, wie Lotze (den er nicht nennt, vielleicht auch nicht kennt) klar gemacht hat, unser bewußter Wille die einzige Kraft in der