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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur 54g

er schnell fort. Im Winter läßt er sich nnterweilcn gänzlich einschneien, sodaß man gnr nichts sieht, bloß den warmen Odem, so in die kalte Lust zieht nsw. Einen Wilddieb nnter den Bauern, heißt es weiter, könne man leicht erkennen; in seinem Hause sei eine Scheibe aus dem Fenster genommen und statt dessen Rotstein hin­gelegt. Da uimmt nun der Baner einfach einen Stein weg und legt seine Flinte dadurch. Ein Freund des Verfassers Pflegte sich von den Frauen solcher Schützen in deren Abwesenheit ein kleines Frühstück vorsetzen zu lassen. So unu eine iu der Küche war, langte er des Banern Flinte von der Wand, so meistens von weichem, billigem Eisen sind, klemmte den Lanf nnter den Schrank und bog sie um ei« ganz weniges. Dann schoß in der Folge der Wilddieb immer nberhin. Dieses ist ein fürtrefflicheS Mittel. Sehr hübsch ist der Igel geschildert. Am Schluß steht folgende Schnurre. Ans dem Scharmbecker Markt zeigte einmal ein Zigeuner einen Igel, der allerlei Knnststücke verstand. Als diesen dann der Hund seines Qnartierwirts totbiß, forderte er Schadenersatz, aber der Wirt band den Hnnd los und hetzte den Zigeuner damit fort; ein Nachbar machte dazu den Scherz, was denn einer, der schon ein Schwein­igel selber sei, noch einen brauchte. Beide bekamen ihre Strafe. Dem Wirt stahl der Tatar ein gutes Pferd. Der audre aber erhielt ein bleibendes Andenken an seine rohe Rede, denn als er sich am Sonntag ans seinen Kirchenstuhl setzen wollte, der ziemlich im Dunkeln unter dein Lektor war, fuhr er mit einem furchtbaren Schrei in die Höhe, sodaß die ganze Gemeinde erschrak. Der gottlose Tatar hatte ucimlich ein dünues Brett hingelegt mit lanter spitzen Nageln, in der Zeichnung gleich eines Igels Form. Da nun alle Stifte mit Schießpulver und blauer Farbe ein­gerieben waren, so schwoll es ungemein an und ging anch nicht wieder fort, sondern mußte der Bauer dieses Jgelbild zeitlebens als ein Memoria bei sich tragen, daß er wohl oft noch sich gesagt, man solle niemand für so gering achten, der hinter­her sich doch mit viel Schaden nnd Spott rächen könnte. Diese Mitteilungen, bei denen ans die Form verzichtet wurde, möchten dem gemütvollen kleinen Buch recht viele Freunde werben, und weil der Verfasser hier von Verbesserungen spricht, die ihm für diese zweite Auflage von Leseru der ersten beigesteuert seien, so möchten wir ihm vorschlagen, in der dritten das Modewortselbstredend" auf S. 29 zu entfernen. Selbstredend ist nichts, höchstens vielleicht ein Papagei. A. p.

Litteratur

Bitter not ist uns eine starke deutsche Flotte. Gedanken eines Vaterlandsfreundeci. Berlin, S. Mittler und Sohn, 1899

Wir vermuten in dem Vaterlandsfrennd, der in diesem Heft von dreißig Seiten über den Text der Hamburger Kaiserrede vom 18. Oktober zu uns spricht, einen der ersten Kenner der deutschen uud der ausländischen Flottenverhältnisse. Wir vermuten nicht nur, sondern erkennen in dem Verfasser einen wahren Vaterlands­frennd. Hier hat kein beliebiger Soldschreiber die Maske des Staatsmanns und des Vaterlandsfreundes vorgenommen. Wer auch auf diesen Seiten zn uns spreche, er überzeugt uns von der Echtheit seiner Überzeugung, daß Deutschland Seegeltung will, weil es weiß, daß seine weltgeschichtliche Aufgabe noch nicht räumlich und noch nicht zeitlich am Ende angelangt ist.Drum wollen wir uns zu den notwendigen Schritten schnell entschließen." Das Heft enthält Thatsachen. Zahlen, Folgerungen, keine einzige Phrase.