Militärische Randglossen zu dem ersten Teil des Burenkriegs
von <Larl von Brnch Hausen 1
nglische Blätter haben wiederholt den dunkeln Erdteil dcis Grab manches berühmten militärischen Namens genannt. Und nicht mit Unrecht. Der erst vor kurzem entbrannte Burenkrieg hat schon zwei Opfer — die Generale Butler und White — gefordert, und wer weiß, welches Schicksal dem als zukünftigen Retter des Vaterlands hochgepriesenen Sir Ncdvers Buller beschiedeu ist! Die Hetze gegen den General White wegen seiner Mißerfolge im Norden Natals hat schon in deutschen Blättern Widerspruch gefunden; von dem General Sir William Butler weiß man dagegen bei uns nur wenig. Er führte bis kurz vor dem Ausbruch des Kriegs das Kapkommando, unter dem damals noch die Truppen in Natal standen. In dieser Stellung beging er zwei in den Augen der Jingos unentschuldbare Fehler: erstens war er der Ansicht, daß die Buren auch einige Rechte in ihrem Lande hätten, was natürlich ein Geheul des Entsetzens zur Folge hatte; und zweitens erklärte er dem Kapgouvernenr Milner, daß er die von ihm verlangten „militärischen Demonstrationen" längs der weitgestrcckten Grenze der Burenrepubliken wegen der Schwäche seiner Streitkräfte nicht auszuführen imstande sei. Da mußte der einsichtige Offizier weichen. Er wurde abberufen und daheim — das beste Zeichen für seine militärische Tüchtigkeit — an die Spitze des Westerndistrikts gestellt.
General Butler hatte mit seiner Ansicht, daß die in Südafrika stehenden englischen Truppen zur Unterstützung einer aggressiven Politik ganz ünznlänglich Grenzboten IV 1899 50