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Aus dem Wiener Reichsrat
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Aus dem Wiener Reichsrat

ielleicht ebenso einzig in ihrer Art wie die parlamentarischen oder richtiger durchaus unparlameutarischen Vorgänge, die mit dem Sturze des Grafen Badeni ihren Abschluß gefunden haben, ist die Debatte, die'sich an die Antrittserklärungen des Grafen Clary knüpfte. Der hartnäckige Widerstand, den die Deutsch- vsterreicher mit Ausnahme der Klerikalen der von dem Grafen Badeni begonnenen und von dem Grafen Thun fortgesetzten verhängnisvollen Politik der Sprachen­verordnungen und des Notverordnungsparagraphen 14 entgegengesetzt hatten, ist endlich über die tschechisch-polnisch-südslawisch-feudal-klerikale Majorität siegreich geblieben. Durch die von dem neutralen Beamtenministerium auf direkte Verfügung des Kaisers vorgenommne Aufhebung der Sprachenverordnungen ist das Hindernis einer regelmäßigen Thätigkeit des Neichsrats aus dem Wege geräumt, und das nächste Ziel des Eingreifens der Krone in das politische Chaos, die Wahl der Delegation und damit das verfassungsmäßige Arbeiten der dualistischen Einrichtungen erreicht worden.

Freilich hat der Sturz des Grafen Thun die unter dem falschen Zeichen der Autonomie verbündete unnatürliche Parlmnentsmehrhcit furchtbar ent­täuscht und insbesondre die hochmütigen Tschechen aus allen ihren Himmeln gestürzt. Die tschechische Presse ließ es auch nicht an maßlosen Wutaus­brüchen fehlen, während das Mißvergnügen der Polen und Südslawen in ihren Blättern einen weitaus gedämpftern Ton anschlug. Die Stimmen aus dem klerikalen und feudalen Lager klangen noch zurückhaltender, da es ja eine Zeit lang den Anschein hatte, als solle einer ihrer Vertrauensmänner, Graf Alfred Liechtenstein, mit der Kabinettsbildung betraut werden, und da sie auch jetzt nicht die Hoffnungen aufgeben, daß ihnen nach der Lösung der dem Über- gmigsministerium gestellten Aufgaben bei der eudgiltigen Kabinettsbildung eine besonders große und entscheidende Rolle zugedacht sei.

Trotz dieser Verschiedenheit in der Auffassung der plötzlichen Wenduug erkannten aber alle Parteien der Rechten, daß die Sicherung ihrer Zukunft von ihrem Zusammenhalten abhänge, und so beeilten sich die verschiednen Gruppen der zusammengewürfelten Mehrheit in mehr oder minder entschiedn?« Kundgebungen sich für solidarisch zu erklären, ihre im Exekutivkomitee gegebne