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zehnte Jahrhundert, auf welches wir jetzt, bei aller demütigen Anerkennung unsrer Schwächen und Narrheiten, dvch mit Stolz und zu Hoffnungen berechtigt zurückblicken, niemals erlebt. Bei der unvergleichlichen Zähigkeit der Semiten hätte die geringste Schonung genügt, damit die phönizische Nation von neuem wieder erstehe; in einem nur halb verbrannten Karthago hätte ihre Lebensfackcl unter der Asche weiter geglimmt, um, sobald das römische Kaiserreich seiner Auflösung entgegenging, von neuem hell aufzulodern. Cäsar baute ja später Karthago wieder auf, und was wurde daraus? Die berüchtigtste Lasterhöhle der Welt, in der alle, die ihr Schicksal dahin warf, Römer, Griechen, Wandalen, bis auf das Mark der Knochen verkamen; solche verheerende Zauberkraft besaß noch, auf der Stätte, wo ein halbes Jahrtausend lang phönizische Greuel gewaltet hatten, der auf ihm lastende Fluch! Daß aus seinen Lupauaren ein mächtiger Schrei der Empörung gegen alles, was Zivilisation hieß, hervorging: Tertullian und Augustiuus, das ist das einzige, was wir der kurzsichtigen nnd kurzlebigen Schöpfung Cäsars als Verdienst anrechnen können."
(Fortsetzung folgt)
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Schollen zur Klaus Groth-Feier
m 24. April erlebte Klaus Groth seinen letzten Geburtstag unter großer Teilnahme nud vielen litterarischen Kundgebungen, beinahe jedes bedeutendere Blatt leistete dazu feinen Beitrag. Die umfänglichste Festgabe: Klaus Groth, sein Leben und seiue Werke, ein deutsches Volksbuch von H. Siercks (Kiel und Leipzig, Lipsius und Tischer), enthält sehr viel brauchbares Material, darunter auch manches neue. Das Bnch steht aber weder kritisch noch in der Darstellung auf der Höhe, die erreicht werden konnte, nnd die dürftige Ausstattung ist einer solchen Gelegenheitsschrift ganz miwürdig. Hierin hätte sich doch aussprechen müssen, was der Dichter seinem Verleger wert war, während vvn allen Seiten versichert wnrde, daß ihn sein Volk auf das höchste schätzte. In ganz vortrefflicher Weise, kurz und doch eingehend, hat sich Adolf Bartels in einem kleinen Bnche: Klaus Groth, zu seinem achtzigsten Geburtstage (Leipzig, Avenarius) ausgesprochen. Aus der Umgebung tritt die Persönlichkeit, aus dem Lebeuslauf das Werk hervor, natürlich und geschichtlich, sodaß dem ästhetischen Urteil ein fester und übersichtlicher Boden bereitet ist. Es enthält das Beste von allem, was jemals über Klaus Groth gesagt worden ist.