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Lkizzen aus unser»: heutigen Volksleben
und einer solchen Publikation unwürdig sind die biblischen Darstellungen, ein Gemisch von Nazareuertunst und Beuroner Andachtsmalerei, als ob die große historische Kunst an Österreich spurlos vorübergegangen wäre. Wollte man etwas österreichisches geben, so hatte man besseres, z.B. Führich! Überhaupt will es uus dünken, als hätte man in den historischen Abteilungen nicht alles auf die nicht sehr ergiebige Erfindung des einzelnen zufälligen Zeichners ankommen lassen und dafür lieber das gut Erfundne aus frühern Zeiten mehr benutzen sollen. Dann wären so nichtssagende Blätter vermieden worden wie die Kreuzfahrer oder Rudolf von Habsbnrg und Kaiser Maximilian (dessen Büste allerdings nach Dürer genommen ist). Vor dreißig Jahren sah man in Deutschland mit Neid aus die kunstreiche Stadt Wien. Heute haben wir besseres, als dieses von dem Unterrichtsministerium den Schulbehörden em- pfvhlne Werk, und zwar vielerlei, von den prächtigen Hirthschen Bilderwerken an bis herab zu deu bescheidnen, vortrefflichen Bilderatlanten des Bibliographischen Instituts. A. p.
Skizzen aus unserm heutigen Volksleben
von Lritz Anders
Dritte Reihe
2. Das Grossiusdenkmal
ie Pietät ist bekanntlich die Mutter der Humanität. Der Mensch ehre das Geschlecht, auf dessen Schultern er steht, er ehre seine großen Tvteu. Welche Fülle von Kunst und Wissenschaft hat uns nicht die Vergangenheit hinterlassen! Nun würde es allerdings zuviel verlaugt sein, alle diese Werke der Vergangenheit zu lesen oder zu verstehu; was man aber billigerweise erwarten kaun, ist, daß das jetzt lebende Geschlecht wenigstens die Namen seiner großen Männer wisse, behalte, mit Ehrfurcht ausspreche und durch Gedenktafeln unsterblich mache.
Ziehn wir alles das in Betracht, so können wir uns nicht wunder», daß in Tscheiplitz, einer durch Bildung, Bürgersinn und Vergangenheit ausgezeichneten Stadt, den Männern, die einst als Künstler, Gelehrte uud Stndthänplcr zn dem Ruhme und Wohlstände der Stadt beigetragen haben, ein dankbares Gedächtnis bewahrt wird, und daß kein Fremder die Stadt besucht, ohne daß man ihm das Grossiushaus in der Krummen Gasse oder das Heinrich Schulze-Denkmal auf der Promenade oder die Gedeuktafel für August Leim, einen Dichter ans dem Kreise des Hainbunds, gezeigt hätte. Leider verfügt man in Tscheiplitz nicht über Namen ersten Ranges — wo sollten die auch alle herkommen —, aber ist man den Mitstrebenden