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Allerhand Rüstzeug und Waffen des Strafrichters
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Tod und Auferstehung der Philosophie

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scharf und vielfältig hervorgehobne Doppelscitigkeit der Aufgabe des Straf­richters, je nachdem ihm ein Schuldiger oder ein Unschuldiger gegenübersteht; je einseitiger heutzutage fast durchweg in Büchern und Aufsätzen kriminalistischen Inhalts lediglich die eiue Aufgabe der Strafrechtspslcge betont wird, nämlich die sachgemäße Verurteilung des Schuldigen mit möglichst wenigen Mitteln zu erreichen (ob dabei die andre Seite als selbstverständlich vorausgesetzt oder aber vergessen wird, kann manchmal zweifelhaft erscheinen), um so wohlthuender berührt es einen, wenn Groß esden höchsten Triumph des Strafrichters nennt, einem Unschuldigen den ehrlichen Namen zurückzugeben."

(Schluß folgt)

Tod und Auferstehung der Philosophie

achdem die Philosophen die Selbstzersetzung des Christentums und die Naturforscher den Bankrott der Philosophie verkündigt haben, finden jetzt die Männer der Praxis, daß auch die Natur­forschung die Rätsel des Daseins nicht zu lösen vermöge, und kehren entweder zum religiösen Glauben zurück, oder beschränken sich, alle metaphysische Grübelei abweisend, ans die Kenntnis und Benutzung des unmittelbar Gegebnen. Und insofern zu diesem Gegebnen auch alles ge­hurt, was die Wissenschaften an zuverlässigem Wissensstoff darbieten, kaun aus diesem Stoff eine neue, eine positivistische Philosophie aufgebaut werden. Zwei unter sich sehr verschiedne Vertreter dieser Richtung sollen hier den Lesern vor­geführt werden.

I)r. Heinrich von Schoeler hat das Ergebnis seiner zehnjährigen Studien zu einem starken Bande (677 Seiten Großoktav) verarbeitet: Kritik der wissenschaftlichen Erkenntnis. Eine vorurteilslose Weltanschauung. (Leipzig, Wilhelm Engelmann, 1898.) Daß er ganz vorurteilslos sei, kann man ihm nicht zugestehn, denn wie er erzählt, ist er zu seinen philosophischen Studien durch ein trauriges Ereignis veranlaßt worden, das ihn in eine Pessimistische Stimmung versetzt hat. Dem Kreise junger Mediziner, in dem er vor etwa fünfzehn Jahren in Neapel lebte, gehörte ein adlicher Jüngling an,, der seinem unstillbaren Forschungsdrange allen Lebensgenuß und die Ge­sundheit opferte und nach bestcmduer Prüfung tot zusammenbrach. Am Tage vorher hatte er seinem Freunde Schoeler gestanden:Die Wissenschaft hat meine Erwartungen betrogen und meinen Durst nach Wahrheit nicht gestillt;