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Tre Fontane
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Aus gutem Hause

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standen, auf dessen Marmortreppen und Bildsäulen die Glnt der Abendsonne nieder­sank, ertönte mit eineinmal irgendwo ans der Höhe eine Orgelmelodie. In solchen Augenblicken vergißt man wohl das Unchristliche, das sich auf dieser Stätte ab­spielt; menschliche Schwächen, die das Möuchtum mit der übrigen Menschheit teilt, treten ans dem innern Gesichtskreis zurück, und wir geben uns dem süßen Zauber der vereinigten Künste der Architektur, der Malerei und Musik iu dem Gedanken an das Urchristentum hin, das hier rang, janchzte, betete, saug, siugend und betend und predigend mit den Steinen, die das Blnt der Märtyrer benetzte.

Und dann kehren wir in die traurige Wirklichkeit, in das Leben der Campagna zurück, über die die Nacht gespenstische Schatten gebreitet hat. Ein schmaler roter und darunter ein grüner Streif blieben als Abschiedsgrnß der Sonne, gespiegelt in nahen und fernen Tümpeln und Wasserlänfen. Von Meilenstein zn Meilenstein unterbricht ein Reisigfeuer nach dem andern die Dunkelheit und malt die beweg­lichen Gestalten von Kindern silhvuettenartig an den hellen Lichtkreis. Trotz der Malaria stehn einzelne zerfallne Hütten an der Landstraße. Hat man die Thür geöffnet, oder ist gar keine vorhanden, so sieht man anch drinnen in dem einzigen Wohnraume glühende Kaminlohe und davor die Eltern kanern und vielleicht ein schönes Römermädchen sich geschäftig bewegen. Aber die Kinder, die wir mit kleinen Münzen beschenken, betrachten wir uns näher. Aus bleichen oder gelben Gesichtern, deren edle Linien wie überall im Lande die alte Kulturrasse ver­raten, schaueu nus tiefschwarze oder braune Augen klug und lieb und doch sv an, daß man nicht erst den Blick ans die zerlumpten Kleider zu werfeu braucht, um von dem Elend und der Verkümmerung dieses Volks überzeugt zu sein. Und gerade die schrille Disharmonie zwischen dieser unter dem Sumpffieber vegetierenden Not und dem Reichtum der benachbarten Mönche enthüllt uus ganz deren Unfrucht­barkeit für die Mitwelt trotz des malariazerstvrenden Eukalhptnswaldes, dessen Segen die arme Bevölkernng der Campagna kaum zu spüren bekommt.

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Aus gutem Hause

as Kind lernt nie seine Mutter, seinen Vater lieben, weil es, schon in dem zartesten Alter von ihnen gerissen, seine Eltern nicht nn ihren Wohlthaten, nur von Hörensagen erfuhr.

Mit diesen Worten verurteilt Schiller in seinen Vorlesungen über Die Gesetzgebung des Lykurgus und Svlou" die vielgerühmte spar­tanische Erziehung. Daß diese lediglich auf die Liebe zum sparta­nischen Stillstnndsstaate hinzielte, war ein Fehler, der sich gerächt hat; zugleich war es aber ihre Entschuldigung; denn der Lykurgische Staat galt den Zeitgenossen für etwas Vollkvmmnes, und jedes ihm gebrachte Opfer deckte der hohe Begriff der Vaterlandsliebe.

Nichts ähnliches deckt das Opfer, das den Kindern unzähliger reicher wie armer Häuser seit den Zeiten Lykurgs bis auf den heutigen Tag ans Bequemlichkeit, Pflichtverläumnis oder Lieblosigkeit auferlegt wird. Vergebens mahnt die Schule: Die eigentliche Erziehung ist Sache der Eltern, ist Sache des Hauses; Ordnungs-