Die Krise in (Österreich
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Deutschlands Seemacht überhaupt nicht in Betracht zu ziehen. Aber das wird ganz anders werden, weun erst die Seegcwalt des Deutschen Reichs eine Größe sein wird, mit der überall gerechnet werden muß. Georg wislicenus
T>ie Krise in Österreich
ie Entwirrung der unhaltbaren Lage in Osterreich wird immer nötiger, ohne daß sich die Aussichten darauf, auch nicht durch den lange erwarteten Rücktritt des Kabinetts, wesentlich bessern würden. Die Berufung des Freiherrn von Chlumetzkh nach Jschl hatte allerdings für wenig Tage bei einem Teile der deutschen Oppositionsparteien Hoffnungen, bei dem slawisch-klerikalen Mehrheitsringe, insbesondre- aber bei den Tschechen recht lebhafte Befürchtungen nicht nur wegen der endlichen Beseitigung des Ministeriums Thun, sondern auch wegen der Nachfolge einer dcutschliberaleu Regierung hervorgerufen; aber bald glaubte man auf beiden Seiten überzeugt sein zu dürfen, daß es ein blinder Lärm gewesen sei. Noch sah damals die Krone nicht klar genng den Ausweg aus dem Labyrinth unlösbarer Gegensätze, in das polnischer Leichtsinn und feudaler Hochmut den österreichischen Staatskarrcn gefahren hatten. Aber die sowohl vom Grafen Goluchowski als vom ungarischen Ministerpräsidenten Szell ganz entschieden erhobne Forderung, die der jährlichen Beschlußfassung unterliegenden gemeinsamen Angelegenheiten nur einer streng nach dem Kanon des 1867er Ausgleichs sowohl diesseits wie jenseits der Leitha gewühlten Delegation zu unterbreiten, hatte die vom österreichischen Kabinettschef und von seinem inner- Politischen sxiriws reotor, dem tschechischen Finanzminister Kaizl, auf allen nur möglichen Wegen versuchte Anwendung des Notparagrapheu 14 auf eine andre Art der Wahl der österreichischen Delegation oder auf irgend einen Surrogatersatz ihrer Funktion als unausführbar, somit die baldige Einberufung des Wiener Reichsrats als unabweisbar erwiesen. Trotz des unzweideutig kuud gegebneu Entschlusses der Deutschradikalen uud Deutschuationalen, eiue normale Wirksamkeit des Parlaments vor der Aufhebung der verhängnisvollen Sprachen- berordnuugeu nötigenfalls durch rücksichtslose Obstruktion zu verhindern, gab sich zwar Graf Thun den Anschein, als habe er ein Zanbermittel bereit, eine formell unanfechtbare gesetzliche Wahl der österreichischen Delegation durchzusetzen, aber in Wahrheit stand er den Schwierigkeiten dieser Aufgabe ratlos gegenüber uud soll deshalb uach der Versicherung der Offiziösen der Berufung des Freiherr» Chlumetzky zum Kaiser zugestimmt haben. Dieser jederzeit ge-