Gin französischer Flottengegner
Feindseligkeiten zwischen Frankreich und Deutschland nützen lediglich dem fast allmächtigen Weltfeind. Faschvda und Scimva waren nur denkbar, weil die Kluft zwischen den beiden geschädigten Festlandnachbciru noch immer nicht überbrückt ist. Und würde» jetzt die Engländer wohl den Versuch zur Ausrottung der Buren wagen dürfen, wenn die Festlandmächte einig wären? Nicht einmal Waffen können wir den Stammesbrüdern schicken, wenn es den Engländern nicht paßt. Währenddessen haben die Franzosen erst kürzlich wieder eine Probe davon zu spüren bekommen, mit welcher echt englischen Brutalität der Fischereiwncht- dieust im „Englischen" Kanal ausgeübt wird; ein französischer Matrose wurde dabei ganz unnötigerweise getötet. Nach beschworuer französischer Aussage konnte das englische Kanonenboot das kleine französische Fischerboot bequem einholen und festnehmen, ohne aus nächster Nähe den Matrosen töten zu müssen. Die Engländer behaupten zwar, daß ihr Kanoncnbootkommandaut vollkommen richtig gehandelt habe; diese Ansicht haben auch viele unsrer Zeitungen gedankenlos nachgebetet, namentlich solche, die mit Vorliebe für Englands Geschäfte arbeiten. Dieser kleine Vorfall, der „nur" einer armen Fischerfamilie den Ernährer geraubt hat, zeigt die französische Ohnmacht zur See in grellem Lichte. Denn wenn den Engländern eine solche fahrlässige Roheit angethan worden wäre, sei es, von wem es sei, sie würden sich das wahrlich nicht haben bieten lassen. Der Engländer dünkt sich eben als den Herrn des Meeres; wehe dem Eindringling, der sich da Rechte anmaßen wollte.
In Frankreich keimt man die ungünstigen Machtverhältnisse der einzelnen Festlandstaaten zu der britischen Weltseemacht ganz gut; aber doch kann man sich immer noch nicht entschließen, die Sorgen vor einem deutschen Angriff zu G^nzboten IV 18S9 1