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Die Aufteilung Afrikas : 2. Die Aufteilung von Zentral- und Ostafrika :
(Schluß)
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Die Aufteilung Afrikas

von yans Wagner in Lharlottenburg

2. Die Aufteilung von Zentral- und Ostafrika

(Schluß)

ie Erbschaft der Portugiesen im Sansibargebiet anzutreten hat keine europäische Macht unternommen. Europas Staaten waren im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert zu sehr mit euro­päischen Angelegenheiten beschäftigt, sie hatten unter sich und in sich so viele Dinge abzumachen, daß sie an Kolonialpolitik kaum denken konnten. Holland und England, die allein ein Interesse an kolonialen Unternehmungen bethätigen konnten, hatten besseres zu thun, als sich mit dem wirtschaftlich wertlosen Ostafrika zu befassen. Im Sansibargebiet war in der That von der frühern Blüte wenig zu sehen, nachdem die Portugiesen es aufgegeben hatten. Die Schuld daran tragen diese nicht allein, sie mag wohl zum großen Teil auf die Völkerschiebungen fallen, die im Hinterlande vor sich gingen und die ergiebigen Handelsbeziehungen, die bis ins sechzehnte Jahrhundert hinein bestanden hatten, vernichteten. Zudem war das Arabertum an der Küste in sich zerfallen, die einzelnen Stadtrepubliken lagen in dauernder Fehde mit einander. Der Handel lag gänzlich danieder. Erst das neun­zehnte Jahrhundert brachte wieder wirtschaftliches und politisches Leben in diesen abgeschiednen Winkel.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts scheinen die Beziehungen der Sansibar­küste zum Hinterlande gering gewesen zu sein. Andernfalls würden wohl Nachrichten über das Seengebiet auch nach Europa gedrungen sein. Die Völkerschiebungen hatten die handelspolitischen Fäden zwischen Küste und Jnnerm zerrissen. Das Arabertum hatte sich zudem selbst geschwächt, und es gab auch nichts, was es wirtschaftlich hätte auf die Höhe bringen können. Da wurde 1818 die Nelkenkultur auch in die Mrima (Küste) eingeführt. Die Araber fanden in diesem Zweige der Landwirtschaft reichen Gewinn. Der Aufschwung der Plantagenkultur an der ganzen Küste sowie auf Madagaskar belebte von neuem den Sklavenhandel. Es genügte den arabischen Schambenbesitzern bald nicht mehr der Import von Sklaven, wie er durch eingeborne Stämme besorgt