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Die großen Berliner Aunstausstellungen
seine Zeit plante, nachgehen mag. Positive Anhaltspunkte für nähere Beziehungen haben wir keine, und wir müssen uns im besten Falle mit der nicht unwahrscheinlichen Annahme bescheiden, daß der Dichter eben auch in dem Pembrokischen Kreise gern gelitten wurde, uud dies wäre immerhin etwas. Die neuste Shakespearebiographie von Sidney Lee") bestreitet aber diese Annahme überhaupt mit großer Entschiedenheit, und bei dem sonstigen Werte des Buchs sei auf Lees Beweisführung eingegangen.
Vor allem spricht für Lees Auffassung, es sei nicht William Herbert Carl of Pembroke, sondern Henry Wriothesly Carl of South ampton (geboren 1573) der in den Sonetten besungne schöne Freund gewesen, der Umstand, daß der Dichter diesem jungen Adlichen seine zwei Gedichte Vsnus anä ^äcmls und ^tiö Laxe ok l^uvreos gewidmet hatte; dazu kommt noch die von Nicholas Rowe als glaubwürdig mitgeteilte und auf das Zeugnis Davencmts gestützte Tradition, daß Southampton dem Dichter einst tausend Pfund geschenkt habe, um ihm damit einen gewünschten Kauf zu ermöglichen. Wir haben hier positive Anhaltspunkte für persönliche Beziehungen zwischen Dichter und aristokratischem Gönner. Ferner, auch von Southamptons Schönheit, von den Bemühungen der Seinen, ihn znr Ehe zu bewegen, liegen geschichtliche Zeugnisse vor. Also wenn wir von den Sonetten, die sich um die dunkle Geliebte drehen, abseheu, könnte man niemand mit größerer Berechtigung mit dem schönen Freund in den Sonetten identifizieren als eben den Earl of Southampton — wenn nur die Widmung der Sonette nicht wäre!
(Schluß folgt)
Die großen Berliner Kunstausstellungen
von Adolf Rosenberg 1
ie erste Ausstellung der im Januar begründeten „Berliner Sezession," eines Häufleins von etwa siebzig Malern und Bildhauern, die eine gemeinschaftliche Ausstellung ihrer Schöpfungen mit denen der großen Mehrheit der Berliner Künstler uuter einem Dache mit ihrer persönlichen uud künstlerischen Würde nicht mehr vereinigen zu können glaubten, ist von den Leuten, die ihre an-
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