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Dekorative Kunst
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Franz Stucks Malereien für das deutsche Reichstagsgebäude

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aber nicht übertrieben. Das Programm istdekorativ," die Zufuhr erfolgt aus dem Kreise der Genossenschaft, und die Tendenz scheint, soweit sich nach den ersten drei von zwölf Jahresheften urteilen läßt, nicht ganz so extrem zu sein wie bei der Münchner Zeitschrift. Der Text mit Erzählungen und Gedichten geht meist unabhängig neben den Bildern her, er dient zur Füllung und ist zum Umblättern; die Hauptsache sind die Abbildungen, manchmal mit dekorativen, d. h. schwer lesbaren Inschriften, damit der Kunstgenuß nicht ganz mühelos sei. Das erste Heft bringt Architekturen (Olbrich), darunter Interieurs mit Möbeln, das zweite Zeichnungen und Studien von Friedrich König, zum Teil in farbigen Holzschnitten, das dritte solche von Alois Haenisch. Charak­teristisch bis jetzt und vielleicht also auch programmäßig ist, daß hier nicht die moderne Linienkunst ihr Wesen treibt, sondern wirkliche Bilder mit Sachinhalt gegeben werden, darunter sehr schöne, von der einfachsten Umrißstudie (Katzen und Hühner, Landschaftsmotive, Köpfe und Figuren) bis zu der aufs feinste ausgeführten Bleistiftzeichnung. Es sind Dinge, an denen man sich freuen kann, lebendigste, anmutige Schilderung und rasche, glückliche Einfälle, sie lassen sich aber auch verwenden als Ziermotive oder zu Dekorationen in graphischen Werkstätten und in der Hauskunst. Kurz, man gewinnt den Ein­druck, daß sich das Ver Sacrum wohl in der weiten Welt der Kunst seine Heimat gründen werde. A. p.

Franz Stucks Malereien für das deutsche Reichstags­gebäude

er Sturm der Entrüstung, der einen Teil der deutschen Künstler­schaft durchbrauste, als sich einige Reichstagsmitglieder erlaubten, aus ihrem einfachen Laienverstande heraus eine Kritik an den im Auftrage Wallots ausgeführten Malereien Franz Stucks für die Decke des Vorsaals vor den Präsidentenzimmern zu üben, ist

wohl der Mehrzahl der Zeitungsleser noch in frischer Erinnerung. Die Ent­rüstung erschien vielen um so gerechter, als das Organ der Kritik in öffent­licher Reichstagssitzung ein Ultramontaner war und nun alle Schleusen der Beredsamkeit gegen die Unduldsamkeit, Engherzigkeit und fanatische Prüderie der Zentrumspartei geöffnet werden konnten. Obwohl Dr. Lieber, der Sprecher, der übrigens, wie sich nachher herausgestellt hat, die überwiegende Mehrheit des Reichstags hinter sich hatte, seine Angriffe vornehmlich gegen Stuck richtete