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Jakob Burckhardts letztes Wort über die Renaissance
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Drei Revolutionen in der deutschen Litteratur

ein sehr originelles Buch, recht eigentlich im Geiste der frühernKultur der Neuaissauce" und wie diese uugemeiu gehaltvoll. Es ist kein Buch zum Leseu, sondern zum wiederholten Durcharbeiten; um es ganz zu würdigen, sollte man es in Bezug auf den einzelnen Inhalt mit Burckhcirdts ältern Büchern ver­gleichen, dann ist der Gewinn doppelt groß. Die Sprache des Buchs ist in ihrer Art meisterhaft. Wer da von lebendiger, anschaulicher Schilderung oder von erschöpfender Charakterisierung sprechen wollte, hätte selbst ganz den Ton verfehlt. Erschöpfend charakterisiert Burckhardt überhaupt nie, auch im Cicerone nicht, er hat immer, schon durch die äußerlich einkleidenden Redewendungen, die er liebt, etwas vom Stil des Fragmentistcu. Das anschauliche Schildern aber, das im Cicerone noch vorkommt, hat hier durchaus dem Betrachten Platz gemacht; der Stil ist sententiös und dabei von großer Knappheit. Es ist die Sprache eines mit der Sache ungewöhnlich Vertrauten, und es sind Worte, gewissermaßen vor dem Gegenstande selbst gesprochen. Wer den Ausdruck ver­steh» und ihn treffend, oft ganz überraschend treffend finden will, muß den Gegenstand kennen.

Ich hätte darum noch einen Wunsch. Das Bnch ist g'ut ausgestattet, aber dafür, daß es ein so hervorragendes Buch ist, doch sehr einfach, und es ist ohne alle Abbildungen. Es sollte also, wenn diese Auflage hoffentlich schnell verkauft sein wird, eine neue ans etwas besferm Papier gemacht werden und mit sehr vielen guten Autotypien in kleinem Maßstabe, wie sie das mehr­fach erwähnte Werk von Wölfflin enthält. Dann würden BurckhardtsBei­träge zur Kunstgeschichte in Italien" ein Buch für noch viel mehr Leser werden und ein Schatz für immer sein.

Drei Revolutionen in der deutschen Litteratur

Eine Studie

(Fortsetzung) 3

ie jungdeutsche Litteraten- und die radikale Lyrikergruppe der vierziger Jahre waren nicht nur ihren Zielen, sondern auch deu Personen nach viel schärfer getrennt, als die freie und die ultra­montane Nomantik; immerhin nahmen Gutzkow und Wienbarg, seit dem Auftreten Herweghs und Dingelstedts, die Mieue an, sich niemals gegen die künstlerische Form als solche aufgelehnt und die Misch- prodnkte der dreißiger Jahre immer nur als Übergänge betrachtet zu haben. Die Lobredner der politischen Lyrik aber betonten gewaltig, daß der geistige