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Jakob Burckhardts letztes Wort über die Renaissance
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Jakob Burckhardts letztes Wort über die Renaissance

von A. p.

on den nachgelassenen drei größern Werken Jakob Burckhardts ist das, dem die folgenden Blätter gewidmet sind, das wichtigste: es zeigt, wie er bis in sein hohes Alter auf dem Gebiete, das seinem Herzen am nächsten lag, weitergearbeitet hat, und es ent­hält eine auch für die hochgespannte Erwartnng noch über­raschende Menge von neuen und schönen Beobachtungen. Was die ältere Geschichte der Renaissance in Italien" in Lehrbuchform und knappgefaßten Paragraphen für die Architektur und die dekorative Skulptur gab, das geben dieseBeiträge zur Kunstgeschichte von Italien" für die Malerei in drei fließend geschriebnen Abhandlungen, eine Behandlung nach Gegenständen und Gattungen: Das Altarbild, Das Porträt in der Malerei, Die Sammler. Die jedesmal vom Ausgang der gotischen Malerei bis auf den Gipfel der Hoch­renaissance durchgeführte Betrachtung bringt uns die Gegenstünde sehr nahe, wir nehmen das Fortschreiten der Kunst schon auf ganz kurze Strecken wahr, und völlig zu Ende geführt würde uns diese Methode einen Synchronismus der italienischen Malerschulen nach Jahrzehnten geben können. Das Buch war bei Vurckhardts Tode völlig druckfertig, es ist vom September 1893 bis De­zember 1895 niedergeschrieben und nun von Hans Trog (bei Lendorsf in Basel) herausgegeben worden.

Zunächst einiges über die Art der Arbeit. In den fünfzig Jahren seit dem Erscheinen des Cicerone hat sich viel geändert in der Kunstwissenschaft, auch der Begriff der Autopsie hat nicht mehr seine alte Stelle. Es wird jetzt manchen geben, der an Originalen viel mehr gesehen hat als Vurckhardt in seinem Leben. Dafür schafft aber die Photographie Abbilder, die für das Studium des Details ebenso gut, oft sogar besser sind, und die außerdem das Vergleichen der Kunstwerke bis zu einem Grade ermöglichen, an den früher niemand gedacht hätte. Dankbar gegen die neue Erfindung hat Burckhardt sie für die geänderte Methode vollständig ausgenutzt. Einzig ist sodann seine Vertrautheit mit den geschriebnen Quellen, da es doch hie und dagut ist, von den Schicksalen der Kunstwerke, auch von den bloß vermutlichen zu reden." Das Gelehrteste hierin ist wohl in dem Abschnitt über das Porträt die Be-