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Die Schlacht bei Khartum
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578 Zur Entstehung des deutsch-österreichischen Bündnisses von ^3?9

Was späterhin folgte: die angebliche grausame Niedermachung verwundeter Derwische auf dem Schlachtfelde, die Plünderung Omdnrmans, das Unterlassen einer energischen Verfolgung (die 21. Ulanen waren natürlich nicht mehr dazu iu gebrauchen), übergehn wir hier. Desgleichen auch, wie der Erfolg der Schlacht anfänglich übertrieben dargestellt wnrde. Es bedürfte noch ernster Kämpfe, um Ghedaref und die Gebiete am Blauen Nil vom Feinde zu säubern; der Kalif hat am Scherkelasee (Kordofan) wieder Leute um sich versammelt, und des Sirdars Bruder, mit ein paar tausend Manu ausgeschickt, um ihn zu fangen, ist nicht nur unverrichteter Dinge wieder heimgekommen, sondern der Kalif ist sogar neuerdings angriffsweise vorgegangen, sodaß wohl ein neuer Nilfeldzug nötig werden wird. In Faschoda sperrte Marchand den Weißen Nil, und ohne gewaltige Rüstungen und Kriegsdrohungen Englands wäre Frankreich nicht von dort fortgegangen. Erst die Überlegenheit der englischen Kriegsflotte räumte dieses Hindernis aus dem Wege. Was Abessinien in Bezug auf den obern Nil im Schilde führt, ist noch ungewiß.

Hameln Karl von Bruchhansen

Zur Entstehung des deutsch-österreichischen Bündnisses

von ^8?9

ins der interessantesten Kapitel in Fürst BismarcksGedanken und Erinnerungen" ist das neunnndzwanzigstc über denDrei­bund" zwischen Deutschland. Österreich und Italien. Es zieht allerdings wie die meisten Teile des merkwürdigen Buches nur die Grundlinien der Ereignisse und läßt für Ergänzungen und

Erklärungen reichlich Raum. Solche hat Horst Kohl in seinem soeben er­schienenenWegweiser durch Bismarcks Gedanken und Erinnerungen" (Leipzig, Göschen, 1899) geboten; weit umfänglichere und interessantere lassen sich aus den Schriftstücken gewinnen, die nns die vielangefochtne englische Ausgabe der Tagebnchblätter von M. Busch im dritten Bande gebracht hat. Diese Stücke selbst nach den Abschriften der deutschen Originale im vollen Wortlaute zu veröffentlichen, halten wir uns jetzt noch nicht für berechtigt, aber es kaun selbstverständlich niemandem verwehrt werden, das, was die englische Über­setzung allgemein zugänglich gemacht hat, für die historische Erkenntnis zu ver­werten. Wir thun dies umso lieber, je lebendiger uns daraus das Bild Kaiser Wilhelms I. entgegentritt, in der einfach menschlichen Charaktergröße des greisen Herrschers wie in der oft beinahe starren Selbständigkeit seines Willens, die nur zn häufig unterschätzt worden sind und unterschätzt werden.