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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben : neue Folge : 13. Vom Herrn-Spielen
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Der goldue Lugel

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Stcidt hielteil ihren Rieks in der Schlinge nnd ließen ihn so lcinge stmmpeln und sich abarbeiten, als von ihm noch wcis zu verdienen war, und dann wurde die Schlinge nach den Regeln der Kunst zugezogen. Der Acker wurde verkauft, mit Mühe rettete Rieks sein Hans und seine große Scheune, mit der er jetzt freilich uicht viel anzufangen wußte. Aus wars mit dem Herrn spielen.

Was aber mm? Frau Rieks hätte es gern gesehen, wenn ihr Mann alles verkauft hätte und fortgezogen wäre, um Restaurateur oder Agent oder sonst- so etwas schönes zu werdeu. Sie hätte dcmu in der Stadt immer uoch die Dame spielen können. Aber Rieks hatte kein Vertrauen dazu, er dachte im stilleu an seine schöne Schäferkarre.

Sie stand wieder einmal auf dem Franzosenberge. Und Rieks stand daneben unter dem alten Birnbäume. Deu Schatte« aufzusuchen brauchte er uicht, es war trübe genug, und dem Herrn ohne Land war es auch trüb genng zn Sinnen. Da drüben lagen seine schönen zwanzig Morgen. Wie lange wirds dauern, da hatte sie der Jude parzelliert, und sie sahen kleinkarriert ans wie eine bnnte Schürze. Meinetwegen, sagte Rieks, ich habe wenig Frende daran gehabt.

Herr von Großmann, sein einstiger Herr, kam auf seinem Schimmel über das Feld geritten, hielt still und redete niit Rieks von diesem und jenen: und sagte zum Schlüsse: Mein Schäfer geht nächsten Monat ab, wenn Sie wieder eintreten wollen, soll mirs recht sein.

Ja, Herre, erwiderte Rieks, das thue ich gern. Ich hätte damals auf Sie hören sollen, aber das Herrnspielen stak mir im Kopfe. Das ist nun aus.

Lassen Sie sichs uicht leid sein. Die Lektion war etwas teuer, aber gelernt haben Sie wohl was? Nicht?

Das weiß Gott, ja! Wenn mir jetzt der Teufel wieder so eine Erbschaft in die Hand spielt, so haue ich sie ihm nm die Ohren.

Na na, Rieks!

9er goldne Engel

Erzählung von Luise Glaß

(Fortsetzung)

m Gehen stießen die Herren auf den alten Nothnagel. Atemlos und schwindlig lehnte er am Thürpfosten und bereute, daß er sich hatte aus dem Bette jagen lassen. Es ging ja auch ohne ihn alles nach Wuusch, die Neugierigen, die bequem zum Erfolg kommen wollten, zogen mit leeren Händen ab, und er behielt die Fädeu beisammen. Aber da er nun einmal hier stand, hätte es doch seltsam aus­gesehen, wenn er in der Thür umgekehrt wäre, und er trat ein, um den Stadels ein gutes Wort zu sagen.

Wunderlich, daß ihm dieses Wort nicht einfiel, daß er nach dem goldneu Engel an der Wand schielen mußte, wie ein vom schlechten Gewissen Geplagter,