Beitrag 
Aus dem Oberelsaß
Seite
419
Einzelbild herunterladen
 

Branchen wir Handelshochschulen?

419

sinnigen Bezeichnungen auf deutschem Boden muß mit Recht den Anschein erwecken, daß das Deutschtum der Reichslande doch auf schwachen Füßen steht. Die Franzosen hätten längst deutsche Inschriften auf den Denkmälern zu Ehren elsässischer Maler, Dichter und Krieger beseitigt und durch srcmzösische ersetzt, wenn es umgekehrt läge, aber unser milder Sinn verbietet natürlich solche Barbarei, und der Kolmarer Bürger schließt daraus, daß er eben ein Franzose sei, leider mit deutschem Namen. Thatsächlich wird ja schon von der clsäs- sischen Nationalität gesprochen. Freilich ist dasLippische" Volk mit seiner Handvoll westfälischer Bauern das würdige Gegenstück dazu.

(Schluß folgt)

Brauchen wir Handelshochschulen?

von Karl Fischer

er Plan, Handelshochschulen zu gründen, hat von beachteter Seite die Entgegnung gefunden, daß die kaufmännischen Kreise davon überrascht seien und eine zwingende Notwendigkeit derartiger In­stitute nicht zu erkennen vermöchten. Es sei besser, wenn die Ausbildung unsrer jungen Kaufleute dadurch erweitert werde, daß sie mehr über See gingen und sich damit einen weitern, praktischen Blick an­eigneten.

Dieser Bemerkung muß nach einer Seite zugestimmt werden. Denn den kaufmännischen Beruf gut auszuüben erfordert vor allen Dingen perfönliche Erfahrung. Die absolut notwendigen Vorkenntnisse gehen thatsächlich nicht über die elementare Schulbildung, Lesen, Schreiben, Rechnen, hinaus. Es kommt jedoch dann sofort als wünschenswert hinzu die Beherrschung möglichst vieler fremden Sprachen. Daß ein vollkommen abgeschlossenes Wissen hierin aber nur durch einen Aufenthalt in den betreffenden Ländern erworben werden kann, liegt auf der Hand. Um eine Sprache zu beherrschen, dazu gehört nicht nur die Kenntnis des Wortschatzes, sondern auch ein gründliches Studium der Gewohnheiten, der Sitten, des Charakters der fremden Nation. Wie gesagt wird: Q'sst 1s <M tait lg, rausiaue, so kann man sagen, erst der Ton, die Redeweise macht die Sprache. Ein Engländer schreibt anders als der Deutsche, ein Spanier anders als der Engländer. Streitigkeiten werden sachlicher zu Ende geführt, Differenzen rascher beglichen, wenn man genau die Art des