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Bilder aus dem vlämischen Bauernkrieg
(1798)
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Litteratur

Drohungen, daß sich dieRäuber" seines Durchmarschs durch Herenthals erinnern sollten. Er befahl, die Häuser in Brand zu stecken und keine lebende Seele daraus entschlüpfen zu lassen. Kurze Zeit darauf stiegen die Flammen aus mehr als sechzig Häusern auf; schwarze Rauchwolken verfinsterten das Tageslicht und verbreiteten sich in dicken Massen über die Stadt. Bet dem Brande hörte man zwischen dem Prasseln der Flammen und dem Krachen der einstürzenden Stockwerke das schauder­hafte Geschrei der Unglücklichen, die sich an den Fenstern und auf den Dächern zeigten, um dem Feuertode zu entfliehen. Aber von allen Seiten zielten die Ge­wehre der Soldaten auf sie, und wer den Flammen entkommen wollte, wurde durch die Kugeln getötet. Die Bauern ließen sechshundert Tote, zahlreiche Ge­fangne und zwei Fahnen zurück. Aber auch die Franzosen hatten schwere Verluste.

(Schluß folgt)

Litteratur

Volkswirtschaftliche Schriften. Die schon stark angeschwollne Litteratur über die industriellen Kartelle und Syndikate ist neuerdings um zwei Bände be­reichert worden, die besser zur Orientiruug dienen können, als ältere umfangreichere Arbeiten: Die Unteruehmerverbände von R. Liefmann (1. Heft der von Fuchs und Herkner herausgegebnen volkswirtschaftlichen Abhandlungen der badischen Hochschulen; Freiburg i. B., bei I. C. B. Mohr. 1897) und: Die Kartelle der gewerblichen Unternehmer. Eine Studie über die großindustriellen Organi­sationsformen der Gegenwart von Dr. L. Pohle, Privatdozenten an der Univer­sität Leipzig (Leipzig, Veit u. Comp., 1898). Liefmann bemüht sich um genaue Begriffsbestimmungen, scharfe Unterscheidungen (der Verbünde von Gesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Ringen, Corners, Fusionen), um übersichtliche Einteilung, liefert eine vollständige Statistik, beschreibt die einzelnen Verbände und wägt die Vorteile dieser neueu Unternehmungsformen gegen die Nachteile ab, wobei er zu dem Ergebnis kommt, daß vorläufig die Vorteile für die Unternehmer wie für das Volk im ganzen noch überwiegen nnd die Arbeiter wenigstens nicht geschädigt werden. Pohle berichtigt Liefmann in einzelneu Punkten und legt das Hauptgewicht auf die entwicklungsgeschichtliche Bedeutung der neuen Einrichtung. Diese Verbände gehören zu den interessantesten und wichtigsten Erscheinungen unsrer Zeit. Einer­seits sind sie offenbar sozialistische Gebilde. DieNachfragekontingentirungen" z. B., wie Liefmanu die eine Art nennt, beseitigen vollständig die Konkurrenz; der Käufer ist nicht in der Lage, sich von den vier oberschlesischen Zementfabriken die auszusuchen, bei der er bestellen will, etwa auf dem Wege der Submission; das Kartell übernimmt alle Aufträge und verteilt sie unter die vier Fabriken in der Weise, daß Groschowitz vier Zwölftel, Gruudmann und Schottländer je drei, Giesel zwei Zwölftel bekommt. Bei den Eisenbahnbedarfskartellen wird jeder Auf­trag einem einzigen Verbandsmitgliede zugewiesen. Und die Unternehmer verlieren ihre Selbständigkeit, sie sinken zu Beamten des Verbandes herab; ja in den meisten Fällen sind sie auch das nicht einmal, sondern die Leitung ruht iu den Händen von besoldeten Beamten, und sie selbst sind nur noch Renten- oder Dividenden­empfänger, die sich bei der ihneu vom Verbände zugesicherten Dividende bescheiden.