Beitrag 
Die deutsche historische Landschaft
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

Jchbücher

259

wirksam ist. Sie gehören alle einem einzigen Strome an, und so sind sie auch überall dieselben und streben überall die Ausgleichung jener in zwei Jahr­tausenden angesammelten Verschiedenheiten an, die den wesentlichen Charakter­zug der deutschen historischen Landschaft, die Mannigfaltigkeit, ausmachen. Viel davon ist schon ausgeebnet und abgeglichen. Unsre Kulturlandschaft ist heute unvergleichlich viel einförmiger als im Beginn unsers Jahrhunderts. Später erst werden jene Spuren der politischen Mannigfaltigkeit verschwinden, die in der Zeit der staatlichen Zersplitterung den deutschen Boden mit zahl­losen politischen Mittel- und militärischen Stützpunkten kleinsten Formats, mit Schlagbüumen und Grenzpfählen in allen Farben und mit alleu jenen Ab­stufungen der staatlichen Leistungen und Attribute bedeckt hat, die wir z. B. noch sehr deutlich in der Güte der Landstraßen von der Rheinpfalz durch Baden und Württemberg nach Altbayern wahrnehmen. Mit der Zersplitterung zusammen ging ein Überwuchern der politischen Züge in der historischen Land­schaft, Zeugnis der Vielregiererei und Bevormundung, die zum Glück großen­teils der Vergangenheit angehört. Es bezeugt ein gesünderes Leben, daß die w der Lage und den Bodenverschiedenheiten liegenden Kulturunterschiede jene Merkmale künstlicher, willkürlicher Sonderungen immer mehr verdrängen, und daß damit die historische Landschaft immer treuer den organischen Zusammen­hang des Volkes als eines Ganzen mit seinem Boden abspiegelt.

Ichbücher

er Ausdruck klingt sehr asfektirt, aber man wird ihn auf die Dauer nicht grundsätzlich vermeide» können, wenn man die Sache kurz bezeichnen und Bücher unter einem Generalnenner zusammen­fassen will, die bei sehr verschiedenartigem Sachinhalt eine neuer­dings hänfig auftretende durch den Ausdruck zu kennzeichnende Mitteilungsform miteinander gemeinsam haben. Memoiren kann ^an sie nicht nennen, weil sie nicht Erlebnisse enthalten, sondern Eindrücke, ^tunmungen und Urteile sehr subjektiver Natur, denen die mitgeteilten Dinge nur als Unterlage dienen; es sind etwa Materialien zu einer Weltanschauung der einzelnen Verfasser. Dem Leser, der nach einem dem Stoffe nach abgeschlossenen ganzen verlangt, wird es nicht immer leicht werden, sich in dem Zentrum der Betrachtung zurechtzufinden, und vielleicht wird auch der Autor sein Ich unter der Wirkung der Beleuchtung, in die er es gesetzt hat, nicht immer wieder erkennen. Es kann eben jemand auch bei dem besten Willen nicht ganz in emes andern Hant schlüpfen.

Wenn z. B. Einer Erinnerungen an Kaiser Friedrich mit politischen Be­trachtungen und menschlichen Ermahnungen erbaulicher Art verbindet, so wird