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Viktoria!
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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben

Gewiß holen sie dich wieder zum Könige, sagte der Meister.

Nein, es war ein Telegramm. Und in dem Telegramm stand, daß von London aus die Nachricht eingetroffen sei, der Naturforscher Dr. S. sei vor zehn Tagen am Tropeufieber gestorben. Weitere Nachrichten fehlten. . . .

Es hat dem berühmteu Arzt das Herz gebrochen. Wohl gab er nicht gleich nach: die Pflicht, die ihn durchs Leben geführt hatte, hielt ihn aufrecht. Als er aber merkte, daß das Gift des Schmerzes anfing, seine Einsicht zu trüben und die Hand unsicher zu machen, da faßte er den Entschluß, aus der Hauptstadt wieder in die stille Heimat überzusiedeln, von der er, ein einfacher Mann, einst aus­gezogen war. Es war nun genug. Er hatte alles gethan für die Menschheit, Könige knrirt, um der Armen willen die Nachte durchwacht; er hatte auch sein Teuerstes, sein Kind, seinen Stolz dahingegeben. . . .

Als er einzog in die heimatlichen Räume, da staud in einer Ecke des großen Hauptzimmers zwischen Blumen die Viktorin seines Freundes, die der Musiker dort hatte aufstellen lassen.

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In dem Hause ist sie geblieben, die Siegesgöttin der Entsagung. Und die Männer, von denen wir schreiben, tragen die Namen: Schönlein, Meyerbeer, Rauch.

Skizzen aus unserm heutigen Volksleben

von Fritz Anders

Neue Folge

1.0. Der Drang nach höherm

er alte Johann August Zausch, der nun schon lange tot ist, war seines Zeichens Buchbiudermeister gewesen, aber er hatte von jeher einen Drang nach etwas Höherm in seinem Busen getragen. Diesem Dränge folgend hatte er seinen Buchbinderladen zu einerBuch­handlung" erweitert, in der man Gesangbücher, Schulbücher, Kalender und eine schöne Auswahl von Nieritzschen und Hoffmannschen Schriften fand. Laden und Wohnung lagen im ältesten Teile der Stadt. Das Haus war ein großer, schwarz geräucherter Kasten, und der Laden sah aus, wie eben Kram­läden ans dem Anfange dieses Jahrhunderts auszusehen Pflegen. Ihr kennt sie ja, die breiten, oben flachrunden Thüren weißgestrichen, mit kleinen Fensterscheiben, deren eine Hälfte den Eingang bildet, während hinter den Scheiben der andern Hälfte allerlei schöne Dinge aufgehängt sind. Hinter dein Laden befand sich die Bnchbinderwerkstatt und dahinter die gute Stube. Laden, Werkstatt und Stube