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Fürst Bismarcks Vermächtnis
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Fürst Bismarcks Vermächtnis

ürst Bismarck hat seinem Volke kein geschriebnes, politisches Testament hinterlassen, wie angeblich Peter der Große und that­sächlich Friedrich der Große; aber sein Vermächtnis liegt klar vor uns in seinen Reden und in seinen Thaten. Suchen wir hier, statt nur darüber zu klagen, daß auch dieser Gewaltige der Sterblichkeit seinen Tribut zahlen mußte, nachdem er ein halbes Jahrhundert lang das Geschick der Nation stärker bestimmt hat, als jemals ein andrer Deutscher seit Luther, kurz zusammenzufassen, welche Lehren er uns hinter­lassen, welche Bahnen er für die Zukunft vorgezeichnet hat.

Er hat das Deutsche Reich aufgerichtet mit gewaltsamen Mitteln, mit Blut und Eisen, aber nicht auf revolutionärem Wege, als einen monarchischen Vundesstaat, nicht als einen Einheitsstaat, auf dem festen Grunde der preu­ßischen Großmacht durch den Anschluß der übrigen rein deutschen Staaten an diese staatlich schon geeinigte größere Hälfte der Nation außerhalb Österreichs und durch die Erhöhung der erblichen preußischen Krone zur erblichen deutschen Kaiserkrone, also entsprechend der historischen Entwicklung. Er nahm den Einzelstaaten von Hoheitsrechten nur das, was zur Herstellung einer wirk­samen Einheit unbedingt nötig war, um es ihnen im Bundesrat in andrer Form wieder zurück zu geben; aber das Notwendige setzte er unbedingt und mit voller Energie durch, um zum Ziele zu gelangen. Es war keine Phrase, wenn er am 23. Mm 1870 im Norddeutschen Reichstage bei der Debatte über die Aufnahme der Todesstrafe in das Strafgesetzbuch sagte:Wir werden mit eisernem Schritte zermalmen, was der Herstellung der deutschen Nation in ihrer Herrlichkeit und Macht entgegensteht." Die Ereignisse des Jahres 1866 hatten es schon bewiesen. Er legte großen Wert darauf, daß die Bundcs- gmossen gern und freiwillig aus Überzeugung die notwendigen Opfer an Selb-

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