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Frühlingstage am Garigliano :
(Fortsetzung)
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Prells Gemälde für den palazzo cLaffarelli in Rom

Grabmal: es ist nicht ihm errichtet worden, sondern wahrscheinlich irgend einem Großen der Kaiserzeit, aber das Volk von Formiä hat in pietätvoller Er­innerung an den großen Toten dieses Bauwerk Sepolero di Cicerone genannt; auch Tullia, Ciceros Tochter, soll nach der volkstümlichen Überlieferung hier begraben sein; zwei Mauerpfeiler rechts am Felsen über der Straße, vermutlich die Reste eines kleinen Tempels, bezeichnet man als Tullias Grab. An der Mündung des Garigliano erstarb aber auch für Jahrhunderte die freiheitliche uud nationale Entwicklung Italiens, als hier 1503 Don Gonsalvo da Cordova über die Franzosen siegte; dieser Sieg entschied, daß das Königreich Neapel an Spanien kam; damit trat der finstere, hochmütige Geist der Kastilianer zunächst im Süden an die Stelle der heitern Renaissance; ein Edler der graziösen Stadt Florenz, Piero de' Medici, Lorenzos Sohn, diente damals als Totenopfer; er ertrank mit Mann und Maus auf der Flucht im Garigliano; ein Menschenalter später triumphirte der spanische Geist durch Karl V. über ganz Italien. Wer von diesen schwermütigen Gestaden am Liris stromaufwärts nach Norden wandert, der kann sich zwischen Castellforte und Rocca d'Evandro von der Lebenskraft des Stromes überzeugen: in neun Wasserfällen durch­bricht er die sich ihm entgegenwerfenden Basaltrippen des Mortulawaldes. Ich habe diese Gegend leider nicht gesehen, sondern gelangte mit der Bahn am Monte Casino, der Pflanzstätte der abendländischen Klosterbildung, sowie an dem malerischen Noccasecca uud dem starren Felsen von Arce vorüber nach Sora zurück.

(Schluß folgt)

prells Gemälde für den Palazzo (Laffarelli in Rom

^ir haben jetzt so selten Gelegenheit, von einem Werke deutscher Monumentalmalerei, das uns das Herz bewegt, zu berichten, daß wir eine solche Gelegenheit, wenn sie sich einmal bietet, mit doppelter Freude begrüßen. Hier handelt es sich außerdem noch um ein Werk, das uns nicht nur durch die Persönlichkeit seines Schöpfers und seinen künstlerischen Wert, sondern auch dadurch bedeutungsvoll ist, daß es die deutsche Kunst im Auslande zu Ehren bringen soll. Es verdankt seine Entstehung der Begeisterung Kaiser Wilhelms I.l, für die Kunst, die in diesem Falle noch durch seine Neigung für eine würdige Vertretung des Deutschen Reichs im Auslande gesteigert wurde. Bei seinen Besuchen in Rom empfand es der Kaiser peinlich, daß der vornehmste Saal des Palazzo Caffarelli in Rom, des Sitzes der deutschen Botschaft, jeglichen Wandschmucks entbehrte. Die kahlen Wandflächen traten zu der prächtigen hölzernen Kassettendecke und dem Marmorgetäfel des