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Wilibald Alexis : ein Gedenkblatt zum hundertsten Geburtstag des Dichters (29. Juni 1898) : (Schluß)
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Mlibald Alexis

Ein Gedeukblcitt zum hundertsten Geburtstag des Dickters Zuni ^L^D)

(Schluß)

m Jahre 1840 erschien der zweite große vaterländische Roman Häriugs, der Roland von Berlin, Fidieins Beiträge zur Ge­schichte der Stadt Berlin, die 18Z7 erschienen und reiches Ma­terial zur Geschichte der Unterwerfung Berlins und Kölns durch Friedrich Eisenzahn boten, haben ihm offenbar die Anregung dazu gegeben, weshalb er auch in seinem Werke den gelehrten Stadtarchivnr als Ratsschreibcr Fidicinus verewigt. Es lockte den Dichter, der seit Jahren Bürger und Hansbesitzer in der preußischen Hauptstadt war, die Vergangenheit seiner zweiten Heimat dichterisch zu verherrlichen, und in der That hatte er in dem Konflikt zwischen Fürsten- und Städtemacht einen höchst dank­baren kulturgeschichtlichen Stoff erfaßt. Das Steinbild vor dem Rathanse ist das stolze Shmbvl der Stadtfrciheit. Am Ende der Erzählung läßt der Kurfürst den Roland zertrümmern zum Zeichen seiner Hoheit über die Stadt. Hüter des Rolands, Verteidiger der Stadtfreihcit ist der Bürgermeister Johannes Rathenvw, der auf dem Rechte der Stadtgemcinde besteht, stolz seine Über­zeugung gegen alle vertritt und doch schließlich dem Kurfürsten unterliegt, der ohne ängstliche Scheu vor Herkommen und gcschriebuem Rechte die not­wendige Hoheit über die Städte aufrichtet. Nathenow kehrt zuletzt der Stadt den Rücken, die die Freiheit verloren hat, und nimmt sein Recht mit in die Verbannung. Aber auch der Kurfürst darf sich seines Sieges nicht freuen; die redlichen Mäuuer iu der Stadt versage» ihm den Dienst. Er muß den verächtlichen Baltzer Bvhtin zum Bürgermeister bestellen, und endlich sehen wir ihn, lebensmüde und krank, scheiden, kummervoll erkennend, daß es ihm »icht beschicken war, der Mark Glück und Frieden zu bringen. Mit diesem Politischeu Hergang ist eine anmutige Liebesgeschichte verflochten. Der lebens­lustige, zu allen Schelmenstreichen aufgelegte Webergcsell Henning Mvluer liebt des Bürgermeisters Tochter Elsbeth, die doch bei der tiefen Klnft zwischen Patriziern und Zünften nie die seine werden kann. Seinem dringenden Werben siegenübcr vermißt sich der Vater, die Vermählung zu hindern, solange der steinerne Roland auf seinem PlaKe bliebe. Aber Henning verläßt die Stadt, gewinnt durch tapfere Thaten des Kurfürsten Gunst und kehrt uach ruhmvollen Kämpfen in der Ferne als Edelmann zurück. Als nun der Roland stürzt, ist des Vaters Trotz gebrochen, nnd er fügt sich in die Verbindung.

. Mag diese Handlung vvu überreiche» Arabesken allzu dicht umsponnen ie>n, die eigentliche Schönheit des Werkes liegt in den köstlichen Knlturbildern, die der Roman im einzelnen bietet. Der Eingang führt uns in das hoch-