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Die Bibel :
(Fortsetzung)
Seite
659
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Gottesidee, überall dieselbe Enthüllung des großartigen göttlichen Weltplans, überall dieselbe Hoffnung auf den Erlöser und das messianische Reich, überall dieselbe Kraft eines großen, edeln und leidenschaftlichen Herzens, dieselbe Kunst der Schilderung und dieselbe Pracht der Sprache.

Die Diskreditiruug des Namalaudes. Wir erhalten aus Großnama- land folgende Zuschrift: Nachtigal sagte vom Namalande:Ich will lieber durch die Wüste reisen, da finde ich doch wenigstens Oasen, als noch einmal durch dieses Land." Mit diesem mehrfach mißverstandncn Ausspruch ist die überaus trage Ur­bevölkerung gemeint, nicht das Land selbst. Nachtigal hatte die nordafrikanischen Wüsten im Auge, die nach einer Kultur von Jahrtausenden auch au Stellen mit schwierigster Wassergcwinuuug blühende Gärten und Dattelhaine zeigen. Der große Gelehrte würde doch wohl eine Wanderung durch unser Binnenland vorziehen, selbst iu einem so überaus trockueu Jahre, wie das war, als er das Laud kennen lernte. Der einer Wüste gleichende Küsteustreifeu weist freilich keine Oasen auf, nicht weil diese eine Unmöglichkeit wären, sondern weil sich noch niemand bemüht hat, dem Boden die den klimatischen Eigenheiten entsprechenden Früchte abzugewinnen. Nachtigal mußte dagegen im Biunenlcmde sehr wohl erkennen, daß die baumreichcu Flußebnen in ihrer ganzen Ansdehnnug zu Garten- und Feldbau geeignet sind, wenn damals auch noch nicht durch zahlreiche Brunnen gezeigt worden war, wie jetzt, iu welcher Tiefe große Grundwasscrvorrttte liegen. Ich habe schon an andrer Stelle darauf hingewiesen, daß Dr. K. Dove im Jahre 1888 die Regenmenge von Nchoboth nur auf deu dritten Teil der thatsächlichen angegeben hat. 18S6 wurde dieser Fehler allerdings ausgemerzt, aber diese Zeit von acht Jahren scheint genügt zu hnbeu, der Regierung ein schwer zu überwindendes Vorurteil gegen das Land einzuflößen. Dove sucht die Augabe vou nur 103 Millimeter Regenfall durch andre gleich unzutreffende Angaben z» illustriren. So schreibt er:Selbst in den Flußthäleru kommt im Süden von Bäumen nnr die Wüstenakazie vor." Wenn Dove persönlich im südlichen Nmnalcmde die mächtigen Stämme der Giraffenakazie gesehen hätte, die auch iu kleiueru Thäler» vielfach eiue Dicke erreichen, daß sie zwei, drei Männer kaum zu umspauucu vermögen, so würde er nicht den tenden­ziösen Nnmeu Wüsteuakazie gewählt hnbeu. Daß die ^oaei-i. Iwrriäa, hier iu großen Beständen auftritt, scheint Dove ganz uubekcmnt zu seiu. Wie häufig diese vor­kommt, zeigt die Ausfuhr des vou ihr gelieferten Gummis. Dieser Export könnte bedeutend vergrößert werden, wenn mau den Handel und besonders die Verkehrs­wege entwickelte.Sogar an diesen feuchtesten Stellen des Landes treten andre Bäume und Sträucher nur iu untergeordneter Weise auf." Auch diesen Satz würde Dove nicht geschrieben haben, wenn er unsre Flußlänfe gesehen hätte, die

DnZ Klima dt.'S mchcrlropischen Südafrika."

(Schluß folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches