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Reichsländische Zeitfragen : 4. Volksüberschätzung und Volksschmeichelei
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Ärztliche Plaudereien

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Schwerer ist es allerdings, wenn einmal solche Urteile in der Öffentlichkeit Wurzel gefaßt haben, denselben z» widersprechen. Schöner wäre es gewesen, wenn der Verfasser, der die elsässische Gastfreundschaft genießt, und der sie in seiner Schrift auch lobend erwähnt, sich an diese Arbeit gemacht hätte. Es giebt ja in Deutschland der Blätter genug, die ihre Spalten mit Schimps- reden zu füllen Pflegen, die irgend ein Gymnasiast oder ein schreibseliger Beamter, der sich zurückgesetzt fühlt, verfaßte. Wir wollen die »Briefe eiues Elsässcrs« nicht zu dieser Kategorie von Erzeugnissen zählen, aber wir können sie anch nicht einreihen in die Zahl derjenigen, denen das Wohl unsrer kleinen Heimat die allererste Sorge ist." Zum Schluß heißt es von der Täglichen Rundschau:Es handelt sich einfach um eine radaumäßige Reklame für das Organ, das sich zwar »unparteiische« Zeitung nennt, im Grunde aber nach Art der Revolverblätter für sich Stimmung machen will."

Welche christliche Milde, welche Kraft der Beweisführung, welch edle Sprache! Das ist jedoch nebensächlich. Die Bedeutung des Artikels liegt in der schroffen Abweisung der unbequemen Wahrheit, in der charakteristischen Einkleidung des Einschüchteruugsversuchs und in der Behauptung, daß wir Deutschen im Neichslande nur Gäste seieu, denen als Dank für die Gastfreund­schaft das Wohl der neuen Heimat dieallererste Sorge" sein müsse. Unser Herrenrecht am Lande ist Herrn Hoffet ganz unbekannt, und es will ihm nicht in den Sinn, daß das Wohl des Ganzen höher steht als das des Teils. Kaun man naiver und zugleich anspruchsvoller verblendete Selbstüberschätzung äußern und aufrnfen? Das ist Verhärtung und Absonderung, nicht etwa ein Ubergangspartikularismus, der sich mit der Zeit zu deutschem Patriotismus erhebe» könnte. Wenn die Sprache unsrerFrennde" so klingt, wie mögen unsre Gegner denken?

Ärztliche Plaudereien

Line Erwiderung von einein Arzt

chou vor Wochen brachten Zeitungen mehr oder weniger ein­gehende Berichte über eine Sprechstnude sn gros, die Geheimrat Professor Dr. Schweniuger auf einem VcreinsabendBerliner Presse" abgehalten haben soll. So viel wir wissen, ist dies nicht die erste Plauderei, die dem Berliner Publikum von dem genannten Herrn geboten worden ist, und wenn wir nicht sehr irren, so waren "uch die in frühern Jahren entwickelten Gedanken und gebrauchten Kraft-